Eine bittere Folge von Fake News: Viele Menschen werden zu Medienmuffeln. In Deutschland geben 67 Prozent (global 50 Prozent) der Befragten an, dass sie weniger als einmal pro Woche Nachrichten lesen, hören oder sehen. Nur 15 Prozent (global 25 Prozent) beschäftigen sich mehrmals pro Woche mit dem Weltgeschehen.

Bei der "informierten Öffentlichkeit" ist der Einbruch am stärksten

In den USA implodiert das Vertrauen geradezu, und zwar besonders deutlich bei der sogenannten "informierten Öffentlichkeit", also bei Menschen mit Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichem Haushaltseinkommen und intensiver Mediennutzung. In dieser Personengruppe brach das Vertrauen um 23 Prozentpunkte auf 45 Prozent ein, während der Rückgang in der allgemeinen Bevölkerung neun Punkte betrug (auf nun 43 Prozent).

Gegenüber den USA befindet sich Deutschland in vergleichsweise ruhigem Fahrwasser. Das Vertrauen in die Regierung stieg in der allgemeinen Bevölkerung um fünf Punkte auf 43 Prozent. Die Glaubwürdigkeit von Medien bleibt bei 42 Prozent. Allerdings wurden die Daten zwischen Ende Oktober und Mitte November erhoben, als die Sondierungsgespräche für eine mögliche Jamaika-Koalition noch liefen.

Die Autoindustrie hat ihren Ruf im eigenen Land ruiniert

Ein riesiges Problem hat hierzulande die Automobilbranche: Hier brach das Vertrauen der Bevölkerung um 13 Prozentpunkte auf nur noch 35 Prozent ein. Damit haben die Autobauer die Finanzdienstleister als Schlusslicht im Vertrauensranking abgelöst. Vor Bekanntwerden der Abgasaffäre 2015 lag das Vertrauen in die Autobranche noch bei 61 Prozent. Am meisten Vertrauen bringen die Deutschen dem Einzelhandel und dem Bereich Professional Services (je 69 Prozent) entgegen.

Über die Studie:

Das "Edelman Trust Barometer" ist eine jährliche Studie zu Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Unternehmen und Medien, die in diesem Jahr zum 18. Mal durchgeführt wurde. Die Umfrage wurde von Edelman Intelligence entwickelt, die Datenerhebung erfolgte mithilfe von 30-minütigen Online-Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 28. Oktober und 20. November 2017. Für das Edelman Trust Barometer 2018 wurden über 33.000 Menschen in 28 Ländern befragt.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.