Gibt es Schwerpunkte?

Neben den Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik - dort sind zusätzlich zum Weltbild eigene Kameras aufgestellt - stehen diesmal die Mannschaftswettbewerbe im Fokus. Erstmals in der Olympia-Historie spielen beide deutschen Fußballteams (Frauen und Männer) mit.

Auch die Spiele von Handball-Europameister Deutschland stoßen auf ein besonderes Interesse. "Das gesamte Handballturnier inklusive der Spiele der deutschen Nationalmannschaft wird im ZDF oder im Livestream zu sehen sein", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz.

Wie hoch sind die Kosten?

Die Produktionskosten werden auf etwas mehr als 20 Millionen Euro geschätzt. Offizielle Angaben machen ARD und ZDF nicht. Beide Sender arbeiten in Sachen Technik und Personal aber sehr eng zusammen. Immerhin mussten 100 Tonnen Material nach Brasilien transportiert werden. Durch Synergieeffekte sollen die Kosten möglichst gering gehalten werden.

Welche Einschaltquoten sind zu erwarten?

Topquoten von mehr als 20 Millionen Zuschauern wie bei der Fußball-EM sind bei Olympia nicht drin. Mehr als zehn Millionen wären eine Traumquote. Wegen der Zeitverschiebung dürften aber die Marktanteile nach Mitternacht recht hoch ausfallen.

Noch ist das Fernsehpublikum nicht so recht auf die Olympischen Spiele eingestellt. Die Vorberichterstattung zu den Auftaktbegegnungen im Damen-Fußball verfolgten am Mittwoch im Ersten ab 20.15 Uhr 1,69 Millionen Zuschauer (8,9 Prozent Marktanteil). Am besten lief es für den 6:1-Erfolg der deutschen Frauen gegen Simbabwe ab 23 Uhr. Die Partie kam auf immerhin 2,72 Millionen Zuschauer, hier stieg der Gesamtmarktanteil auf 20,7 Prozent.

Wer sind die Moderatoren und Experten?

Die Livesendungen moderieren Alexander Bommes und Gerhard Delling für das Erste sowie Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne im Zweiten.

Wie bei der Fußball-EM gehören auch Experten zum Olympia-Team: Die ARD schickt Franziska van Almsick (Schwimmen), Frank Busemann (Leichtathletik) und Julius Brink (Beachvolleyball) ins Rennen.

Das ZDF hat Christian Keller (Schwimmen), Ronny Ziesmer (Turnen), Philipp Crone (Hockey), Jonas Reckermann (Beachvolleyball) und Kristof Wielke (Rudern) verpflichtet.

Sind es die vorerst letzten Olympia-Übertragungen von ARD/ZDF?

Das ist nicht ganz auszuschließen. Von 2018 an liegen die Erstsenderechte beim US-Medienkonzern Discovery (Eurosport). Die Verhandlungen mit ARD/ZDF über Sub-Lizenzen verlaufen zäh. Es geht ums Geld. Jean-Briac Perrette, Discovery-Chef für das internationale Geschäft, wunderte sich Mitte der Woche in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" öffentlich über die "Zurückhaltung" der öffentlich-rechtlichen Sender.

Wie begleiten andere Sender #Rio2016?

Beispiel N24: Der Springer-Nachrichtensender startet "Rio 2016 – Der N24-Talk". Moderator Christian Beilfuß diskutiert dabei im Deutschen Haus mit prominenten Gästen die wichtigsten Themen rund um die Spiele am Austragungsort in vier Ausgaben im August.

Das N24-Reporterteam Stephanie Rahn und Jens Reupert berichtet zudem direkt aus Rio de Janeiro. Der Ansatz: Olympische Spielen zwischen Sport und Kommerz in einem Land, das an den Gegensätzen zwischen Arm und Reich fast zerbricht.

W&V Online/dpa


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W&V Redaktion
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