BVDW :
Adblocker-Nutzung steigt

Um mehr als 2 Prozentpunkte nahm die Werbeblocker-Quote zu. Fast jede fünfte Onlinewerbung auf PCs wird so unterdrückt. Das berechnete der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Text: Susanne Herrmann

Die gute Nachricht: Mobil spielen Adblocker kaum eine Rolle - noch.
Die gute Nachricht: Mobil spielen Adblocker kaum eine Rolle - noch.

Software zum Blockieren von Anzeigen im Netz wird in Deutschland wieder häufiger genutzt. Nach Berechnungen des BVDW stieg der Anteil der auf Desktop-PCs geblockten Werbeeinblendungen im ersten Quartal dieses Jahres wieder auf 19,92 Prozent. Ein Quartal zuvor lag der Anteil noch bei 17,4 Prozent, im dritten Quartal 2016 bei gut 19 Prozent. 2015 und 2016 war die Rate nicht gestiegen. Das war für den BVDW im März noch Anlass zur Entwarnung: Oliver von Wersch (Gruner + Jahr Digital), Adblocker-Experte beim BVDW, sprach von einer "kontinuierlich rückläufigen Rate". 

Damit ist es nun erst einmal vorbei. Die Entwicklung zeige, dass das Thema nach wie vor sehr präsent sei, sagte nun Stefan Schumacher, stellvertretender Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises OVK im BVDW. Die Auswirkungen gingen weit über die Grenzen der Werbebranche hinaus und gefährdeten die Finanzierung kostenfrei zugänglicher Inhalte im Internet. Schumacher: "Wir haben damit gerechnet, dass es von Messung zu Messung Schwankungen kommen kann." 

Zugleich spielten jedoch Adblocker bei der stark steigenden mobilen Internetnutzung kaum eine Rolle. Hier liege der Anteil "im niedrigen einstelligen Bereich". Ermittelt wird die Adblocker-Rate von rund zwei Dritteln der OVK-Mitglieder.

Die bisher veröffentlichten Adblocker-Raten des BVDW

  • Q1 2017: 19,92 Prozent
  • Q4 2016: 17,04 Prozent
  • Q3 2016: 19,11 Prozent
  • Q2 2016: 19,43 Prozent
  • Q1 2016: 20,09 Prozent
  • Q4 2015: 21,52 Prozent
  • Q3 2015: 21,16 Prozent
  • Q2 2015: 21,49 Prozent

Auch Google will künftig Werbeblock-Funktionen in seinen Chrome-Browser integrieren. Apple ebenfalls: Künftig soll Safari den automatischen Start von Videos unterbinden. Unter anderem der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) sieht diese Bestrebungen kritisch(sh/dpa)

 


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.