Partei fühlt sich übergangen :
AfD will sich in Talkshows von ARD und ZDF einklagen

Zu wenig AfD bei Plasberg oder Maischberger? Das sieht die Partei so und erklärt dem "Focus", dass sich die AfD in Talkshows einklagen wolle.

Text: Petra Schwegler

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Die AfD will ihre Parteispitze öfter im TV sehen.
Die AfD will ihre Parteispitze öfter im TV sehen.

Die AfD sieht sich bei den Talkshows von ARD und ZDF unterrepräsentiert. Die Partei droht nun mit einer Klage gegen die jeweiligen Redaktionen. Das kündigte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Focus" an. "Es ist schwer, mit Themen durchzudringen, wenn sie vor allem von den öffentlich-rechtlichen Medien nicht transportiert werden", sagte Meuthen: "Wir überlegen gerade, ob wir uns in die Talkshows einklagen. Rechtlich ist das möglich."

Nach einer parteieigenen Auswertung seien unter den insgesamt 162 eingeladenen Politikern der vier großen Talkshows Plasberg, Maybritt Illner, Maischberger und Anne Will im ersten Halbjahr 2017 nur vier AfD-Vertreter gewesen. "Das sind gerade 2,5 Prozent", kritisierte Meuthen.

Die ARD wies den Vorwurf des AfD-Vorsitzenden gegenüber dem Burda-Magazin deutlich zurück. "Die Talkredaktionen entscheiden selbst, welche Gäste sie zu welchen Themen einladen. Es gibt keine Quotierung bei der Auswahl", sagte ARD-Chefredakteur Rainald Becker auf "Focus"-Anfrage. Es gehe rein um "journalistische Kriterien", erklärte auch WDR-Sprecherin Kristina Bausch

Die AfD und die Medien

Der Streit mit den Öffentlich-Rechtlichen schwelt schon länger. Unter anderem hält die AfD den Austausch von ARD und ZDF durch eine Art neuen Staatsrundfunk für möglich

Aktuell sorgt die AfD auch im Printlager für Furore. In Sachen Logo-Design hat der neue AfD-nahe "Deutschland Kurier", der vergangenen Donnerstag erstmals gratis in den Briefkästen von 300.000 Berlinern lag, ordentlich vom DuMont-Blatt "Berliner Kurier" abgekupfert. Dieses sah sich online zur Klarstellung gezwungen, dass beide Publikationen in keinerlei Verbindung zueinander stünden. Jetzt sollen alle juristisch möglichen Schritte geprüft werden, um gegen die offensichtlich rechtspopulistische Vereinnahmung vorzugehen. 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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