Roy Price muss gehen :
Amazon-Studio suspendiert Chef nach Weinstein-Skandal

Roy Price, Chef von Amazon Studios und sämtlichen Inhalten für Prime Video, muss weichen. Der Grund: sexuelle Übergriffe durch Harvey Weinstein und weitere Vorwürfe.

Text: W&V Redaktion

Die Amazon-Studios suspendieren ihren Chef Roy Price im Weinstein-Strudel.
Die Amazon-Studios suspendieren ihren Chef Roy Price im Weinstein-Strudel.

Das zum Onlineriesen Amazon gehörende Filmstudio gerät in den Strudel um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein. Das Studio suspendierte jetzt seinen Chef Roy Price.

Zuvor hatte die US-Schauspielerin Rose McGowan ("Death Proof - Todsicher") Amazon-Chef Jeff Bezos auf Twitter öffentlich angegriffen: Sie habe Price "wieder und wieder" gesagt, dass "HW" sie vergewaltigt habe, ohne dass dieser reagiert habe. In einem früheren Tweet hatte sie Weinstein bereits in den Zusammenhang zu Vergewaltigungen gerückt. Zuvor war die Schauspielerin vorübergehend von der Plattform suspendiert worden.

"Ich rufe Sie dazu auf, Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und sexuelle Belästiger nicht weiter zu finanzieren", schrieb sie weiter an Bezos. Weinstein hatte über eine Sprecherin erklärt, er bestreite, nicht-einvernehmlichen Sex mit irgendjemandem gehabt zu haben.

Es hat gedauert, bis die sexuellen Übergriffe Harvey Weinsteins öffentlich wurden. US-Zeitungen fragten sich bereits, ob der Produzent Einfluss darauf hatte, was die Medien über ihn berichteten.

Was Price vorgeworfen wird

Roy Price selbst steht im Verdacht, eine Mitarbeiterin der Amazon Studios mit sexuellen Bemerkungen bloßgestellt zu haben. "Roy Price ist ab sofort beurlaubt", sagte ein Sprecher der Amazon Studios der dpa. Für die Projekte, die Amazon derzeit mit Weinsteins Produktionsfirma durchführe, "erörtern wir unsere Möglichkeiten".

Isa Hackett, ausführende Produzentin einer Amazon-Serie, hatte Price im Magazin "Hollywood Reporter" vorgeworfen, sie mit taktlosen Kommentaren angeflirtet zu haben. Im Jahr 2015 soll er ihr in einem Taxi gesagt haben, sie werde seinen Penis lieben. Vor Kollegen auf einer Party habe er außerdem laut "Analsex" in ihr Ohr gesagt.

Es scheint, als ob der Fall einiges ins Rollen bringen könnte ...

W&V Online/dpa


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