Durch den ARD-ZDF-Deal, der noch von einigen Gremien der öffentlich-rechtlichen Anstalten genehmigt werden muss, sind die Spiele der deutschen Nationalmannschaft in den kommenden Jahren verteilt. Drei Sender sind beteiligt.

Bis Mitte 2018 übertragen ARD und ZDF die Freundschaftsspiele. RTL zeigt die Partien der laufenden WM-Qualifikation und hat schon weitere Rechte erworben - und ARD und ZDF bei der Ausschreibung von CAA Eleven ausgestochen. Der Privatsender sicherte sich vor einem knappen Jahr zwei umfangreiche Pakete mit Qualifikationspartien für Welt- und Europameisterschaften zwischen 2018 bis 2022.

Zu diesen Rechten zählen auch Testspiele der DFB-Auswahl. Insgesamt darf RTL dadurch 28 Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft übertragen, also deutlich mehr als die beiden öffentlich-rechtlichen Sender.

Allerdings dürfen das Erste und das Zweite das deutsche Team im Falle der erfolgreichen Qualifikation bei den Welt- und Europameisterschaften 2018 und 2020 übertragen. Auch die Rechte für die anderen Spiele der beiden großen Turniere erwarb die gemeinsame Sportrechteagentur Sport A.

Der Erwerb der Nationenliga ist - neben dem Paket mit den 51 Spielen der EM 2020 im Oktober - ein eher seltener Erfolg der zuletzt oft leer ausgegangenen Sender. Das ZDF verlor vor einer Woche den Poker um die Fußballrechte der Champions League gegen den Pay-TV-Sender Sky und das ebenfalls kostenpflichtige Streamingportal Dazn. Die Olympischen Spiele gingen an den US-Konzern Discovery. Auch Verhandlungen über Sub-Lizenzen scheiterten. Olympia läuft daher bei Eurosport und anderen Discovery-Sendern. Dafür laufen auf ARD und ZDF zum Beispiel die Wintersportarten - und nach wie vor die Bundesliga-Zusammenfassungen in der "Sportschau" und dem "Sportstudio".

Aufgrund der sinkenden Anzahl an Sportveranstaltungen war diese Woche auch die Gebührendebatte wieder aufgekommen. Heinz Fischer-Heidlberger als Chef der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte in der "Sportbild" gesagt: "Die Kommission wird die Einsparpotenziale sorgfältig prüfen und die Differenz aus nicht benötigten Mitteln für Sportrechte und Kosten des Ersatzprogramms ausweisen." Derzeit beträgt der Rundfunkbeitrag 17,50 Euro pro Monat und Haushalt. Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender aber sinken. Im Jahr 2016 betrugen sie 7,978 Milliarden Euro. Das waren rund 153,2 Millionen Euro weniger als 2015 - der zweite leichte Rückgang in Folge. 

Die ARD wies diesen Spielraum für Gebührensenkungen zurück. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zur DPA: "Die Relevanz von ARD und ZDF im Bereich des Livesports wird selbstverständlich auch zukünftig sehr hoch sein, schließlich sind wir nach wie vor Halter von in Deutschland enorm bedeutenden Sportrechten." Einen Beweis sind ARD und ZDF nun mit der Nations League angetreten. (dpa)


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W&V Redaktion
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