Medienlese mit Programm-News :
ARD zeigt "Tatort"-Crossover

Ernste Stoffe und einen Jubiläums-"Tatort" zur 1000. Folge plant die ARD für den Herbst. Bei der Medienlese wurde auch ein Werberekord bekannt. 

Text: Manuela Pauker

Moderator Kai Pflaume begrüßte ARD-Programmchef Volker Herres auf der Bühne der Medienlese.
Moderator Kai Pflaume begrüßte ARD-Programmchef Volker Herres auf der Bühne der Medienlese.

Für Karola Wille ist die Sache klar: "Die ARD ist der kreativste Medienverbund der Welt", verkündete die Vorsitzende des öffentlich-rechtlichen Senderverbunds bei der Medienlese in Frankfurt. Das dürfte Volker Herres wohl ähnlich sehen: "Wir sind in der Pflicht aufzuklären, Zusammenhänge einzuordnen", so der Programmdirektor des Ersten. "Relevanz ist unser Ziel".

Mit zwei TV-Produktionen, die bei der Programmvorschau in der Frankfurter Villa Kennedy präsentiert wurden, dürfte die ARD das in den nächsten Monaten besonders anstreben: zum einen mit "Terror", der TV-Adaption des gleichnamigen Bühnenstücks von Ferdinand von Schirach, zum anderen mit "Das weiße Kaninchen", einem Drama zum Thema "Cyber-Grooming", bei dem sich Erwachsene in Internet-Foren unter dem Vortäuschen einer falschen Identität das Vertrauen von Kindern und Jugendliche erschleichen - häufig mit dem Ziel des sexuellen Missbrauchs.

Beide Stoffe sind starker Tobak, mit dem der Zuschauer aber nicht allein gelassen werden soll: Rund um die Sendungen soll es eine crossmediale Aufbereitung geben, so Herres. Mit Diskussionen, Social-Media-Aktivitäten und - im Fall von "Terror", in dem es vor Gericht um Schuld oder Unschuld eines Piloten geht - einer Zuschauerabstimmung.

Besonderer Jubiläums-"Tatort" im November

Dramatisch dürfte auch ein Meilenstein werden, der im November ansteht: der 1000. "Tatort". Bei dieser Jubiläumsfolge namens "Taxi nach Leipzig" am 13. November gibt es ein Crossover: Die ansonsten getrennt ermittelnden Kommissare Maria Furtwängler (Hannover) und Axel Milberg (Kiel) gehen erstmals gemeinsam auf Verbrecherjagd. Bereits der erste ARD-"Tatort" im Jahr 1970 trug den Titel "Taxi nach Leipzig". 

Ein weiteres Highlight dürfte der Historien-Mehrteiler "Charité" werden, den Produzent Nico Hofmann und Regisseur Sönke Wortmann in bewährter Hochglanz-Qualität abgeliefert haben. Thema: das berühmte Krankenhaus im Jahr 1888.

Leichteres gibt es aber auch - insbesondere am Vorabend. Neben der mittlerweile etablierten Quizschiene, die die einstige Schwachstelle des Ersten massiv aufgepäppelt und zum Marktführer des Timeslots gemacht haben, wird das Regionalkrimi-Angebot erweitert: Ab 2017 gesellt sich die "WaPo Bodensee", die Wasserpolizei der Region, zum Line-Up der ländlichen Verbrechensjäger. Ob sie so lange durchhalten wie die Polizisten im Hamburger "Großstadtrevier"? Das muss sich zeigen - sie gehen bald in die 30. Staffel.

Und natürlich bleibt der Sport ein wichtiges Element im Programm der ARD. Fiktional - im Drama rund um die Dassler-Brüder, die einst Adidas und Puma gründeten - als auch im "echten Leben": Die Fußball-Rechte seien für den Sender eines der wichtigsten Elemente.

Bereits ab kommender Woche gilt folgendes Programm-Novum: Das Erste und die ARD Degeto stellen die Filme auf dem Sendeplatz um 20.15 Uhr am Freitag zukünftig unter die Überschrift "Endlich Freitag im Ersten". Dieses neue Label soll allen Freitagsfilmen ein gemeinsames Dach geben und den Zuschauer aufs Wochenende einstimmen. 

Teuerster EM-Werbespot von Audi gebucht

Kein Wunder, verkaufte die ARD bei der im Juni stattfindenden Fußball-Europameisterschaft ihren bislang teuersten Werbespot aller Zeiten, wie ARD-Werbung Sales & Services-Geschäftsführerin Elke Schneiderbanger im festlichen Rahmen verkündete: Der 60-Sekünder, der in der Halbzeit-Pause der Begegnung Deutschland - Irland lief, kostete schlappe 793.000 Euro. Kunde: Audi. Und man musste gar nicht lange nach einem Interessenten für den Spotplatz suchen, so Schneiderbanger: "Der war gleich weg."


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde