Medienübernahme :
AT&T will Time Warner kaufen

Megadeal vor dem Abschluss: AT&T will den Medienkonzern Time Warner kaufen und legt die Rekordsumme des Jahres auf den Tisch. Zu Time Warner gehört auch HBO, Produzent von "Game of Thrones".

Text: W&V Redaktion

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Zu Time-Warner gehört auch HBO - Heimat von "Game of Thrones".
Zu Time-Warner gehört auch HBO - Heimat von "Game of Thrones".

Das ist bislang der teuerste Deal des Jahres: Der Telekom-Konzern AT&T übernimmt den Medienriesen Time Warner. Man habe sich auf einen Kaufpreis in Höhe von 107,50 Dollar pro Aktie geeinigt, so die beteiligten Unternehmen. Das ergibt einen Kaufpreis von 85,4 Milliarden Dollar, bzw. 78 Milliarden Euro. Inklusive übernommener Schulden liegt die Summe bei 108,7 Milliarden Dollar. AT&T will den Kaufpreis zur Hälfte in bar und zur Hälfte in eigenen Aktien bezahlen.

Bei dem Deal handelt es sich um die bislang größte Unternehmensübernahme im Jahr 2016 - noch vor dem 66 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Gentechnikkonzerns Monsanto durch den deutschen Pharmariesen Bayer. In Finanzkreisen war schon länger spekuliert worden, dass Time-Warner-Chef Jeff Bewkes sein Unternehmen zum Verkauf stellen könnte. Zu Time Warner gehören Fernsehsender wie CNN, TNT (mit dem werbeumsatzstarken "The Big Bang Theory") und HBO ("Game of Thrones") sowie das Hollywood-Studio Warner Bros. Im letzten Geschäftsjahr machte Time Warner 28 Milliarden Dollar Umsatz und 6,9 Milliarden Gewinn. 1996 schloss sich Warner mit Ted Turner und dessen Sendern zusammen.

Vor zwei Jahren hatte bereits 21th Century Fox aus dem Firmenimperium des Medienmagnaten Rupert Murdoch zu einer Übernahme angesetzt, gab jedoch schließlich auf. Time Warner hatte damals ein Angebot über 85 Dollar pro Aktie ausgeschlagen. Das aktuelle Gebot von AT&T liegt deutlich höher.

Mit der Übernahme stößt der größte US-Telekommunikationskonzern, gegründet von Alexander Graham Bell 1885, weit ins Geschäft mit TV- und Filminhalten hervor. Damit folgt AT&T einem Branchentrend - die Telekom-Konzerne suchen nach neuen stabilen Geldquellen und exklusiven Inhalten für ihre Netze, weil die Erlöse im klassischen Kerngeschäft unter Druck stehen. So kaufte in den USA der Kabel-Anbieter Comcast 2011 NBCUniversal mit der gleichnamigen NBC-Senderkette und dem Universal-Filmstudio. 

Mit einem Börsenwert von zuletzt rund 230 Milliarden Dollar und einem Umsatz von 147 Milliarden Dollar 2015 liegt der Konzern knapp vor dem US-Rivalen Verizon. Ins Fernsehgeschäft drang AT&T bereits 2014 mit dem 50 Milliarden Dollar teuren Kauf des Satelliten-Fernsehanbieters DirecTV vor. (red/dpa)


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