Eine große Hürde, die der Lizenztitel – das Mutterblatt erscheint in den USA bei Time Inc. – nicht nehmen konnte, ist das rückläufige Interesse der Deutschen an Hollywoodstars, die ihre Fans ohnehin via Facebook- und Twitter-Accounts mit aktuellen News bedienen. Doch Chefredakteur Tom Junkersdorf kämpfte tapfer.

Persönlich war Junkersdorf mit den meisten internationalen Stars in Kontakt, so manche US-Story hatte er ausgegraben und dann auch den Kollegen der amerikanischen Ausgabe übergeben können. Doch hierzulande zogen US-Themen nicht so wie erhofft. Selbst die Ausgabe mit dem "Sexiest Man Alive", David Beckham, verkaufte sich relativ mau.

"People"-Chefredakteur Tom Junkersdorf (Foto: Bauer).

Die "People"-Mannschaft versuchte unter der Regie von ihrem leidenschaftlichen Blattmacher Junkersdorf noch, die Berichterstattung stattdessen stärker auf deutsche Stars und Royals zu konzentrieren. Damit entfernte sich das Blatt allerdings zunehmend vom ursprünglichen Hollywood-Konzept und rückte zugleich näher an andere Titel des Hauses heran.

Vom Aus sind in der Redaktion rund 30 Mitarbeiter betroffen, darunter rund ein Dutzend Festangestellte – mit ihnen sollen nun Gespräche geführt werden. Tom Junkersdorf, der seit 2005 durchgehend in verschiedenen Führungspositionen bei Bauer war, auch schon für "Bravo" arbeitete und "Closer" erfolgreich launchte, legt aber wohl erst einmal eine Pause ein. Für ihn stehen aber bei Bauer weiterhin alle Türen offen.

Und wie geht es bei Bauer nun weiter? Depression? Resignation? Von wegen. Im Management herrscht durchaus weiterhin Aufbruchstimmung, trotz des negativen Ausgangs des "People"-Experiments. Das war sicher nicht der letzte Magazin-Launch der Bauer Media Group, so Hausendorf.

Scheitern scheint bei Bauer erlaubt zu sein, schließlich ist dem Medienkonzern zuletzt auch einiges gelungen, wie die Titel "Happinez", "My Way" oder die "Meins"-Frequenzverdoppelung belegen. Weitere Konzepte seien bereits in Arbeit – auch danke einer neuen Projektgruppe, die weitere Innovationen für die Zukunft aufsetzen soll.



Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde