USA :
Barnes & Noble entlässt CEO

Die größte US-Buchhandelskette kommt im Wettbewerb mit der starken Onlinekonkurrenz nicht richtig voran.

Text: Franz Scheele

Nach der überraschenden Entlassung von CEO Demos Parneros steht Barnes & Noble, die mit mehr als 630 Läden größte Buchhandelskette der USA, erneut unter starkem Druck – zumal die Konkurrenz durch den Onlinebuchhandel weiter zunimmt. Parneros hatte den Posten an der Spitze des Unternehmens erst vor 14 Monaten übernommen. Er war bereits der vierte CEO in den vergangenen fünf Jahren.

Als Begründung für die plötzliche Trennung nannte der Vorstand „Verstöße gegen die Firmenrichtlinien“, ohne dies allerdings näher auszuführen, wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg berichtet.

Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird das Unternehmen von einem Team aus Chief Financial Officer Allen Lindstrom, Chief Merchandising Officer Tim Mantel und Vice President Stores Carl Hauch geführt. Der eigentlich starke Mann bei Barnes & Noble ist allerdings Executive Chairman Leonard Riggio, der auch Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens ist.

Seit Jahren versucht sich die Buchhandelskette gegen die Onlinekonkurrenz, allen voran Amazon, zu wehren – mit den unterschiedlichsten Konzepten. So etwa mit kleineren Läden, Merchandising-Produkten, Geschenkartikeln, Spielwaren oder auch Essens-Angeboten. Und natürlich auch mit eigenen Digitalangeboten wie dem Lesegerät Nook und dem Nook Store.

Bislang allerdings mit mäßigem Erfolg: Für das vergangene Geschäftsjahr bis Ende April 2018 meldete das Unternehmen einen Rückgang des Umsatzes um 5,4 Prozent. Beim Nook Store war der Umsatz sogar um fast ein Viertel eingebrochen. Zugleich verzeichnete die Buchhandelskette einen Verlust in Höhe von 125,5 Millionen Dollar. Im Jahr davor hatte sie noch einen Gewinn von 22 Millionen Dollar gemeldet.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.