Da kommen eine Prise "Verstehen Sie Spaß" und ein Hauch Social-Media-Häme zusammen. "Das tut schon manchmal echt weh, was wir da so alles im Netz finden", sagt Böhmermann. "Wir wollen unsere Zuschauer aber nicht einfach nur so bloßstellen, das wäre geschmacklos. Es gibt natürlich auch Gewinne!"

Ein bisschen geht es aber auch um Netzerziehung: Das ZDF und sein Moderator wollen die Zuschauer auch dafür sensibilisieren, dass sie viele Informationen im Netz preisgeben. Netzpolitik.org würdigte das Experiment im April (Spezialausgabe Neo Magazin Royale bei ZDF Neo) als "durch und durch netzpolitisch geprägt".

Als netzpolitisch ist Böhmermann spätestens seit der Initiative Reconquista Internet bekannt, mit dem er eine Gegenbewegung zu gut organisierten Trollnetzwerken anstieß.

Selbst verbreitet der streitbare Moderator und Satiriker auch gern mal Peinlichkeiten oder Patzer im Netz und im Fernsehen. Sein "Schmähgedicht" über den türkischen Präsidenten Erdogan fand viele Fans ebenso wie Kritiker - und landete vor Gericht. Zuletzt wurde gegen Böhmermann der Vorwurf des Antisemitismus laut: Der Comedian Oliver Polak berichtet in seinem Buch "Gegen Judenhass" von "einem TV-Moderator", der ihn von der Bühne gejagt habe. Die Wochenzeitung Der Freitag ist dem nachgegangen und hat recherchiert, dass es sich um Böhmermann gehandelt habe (anlässlich einer Show von Serdar Somuncu). Jan Böhmermann hatte auf die Vorwürfe gewohnt ätzend-ironisch via Twitter reagiert.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.