Reichweitenmessung :
Crossmedia-Quote der AGF geht in Serie

Die AGF veröffentlicht ab sofort jeden Monat Kombi-Quoten aus Online-Bewegtbild und klassischem TV. Ganz am Ziel sind die Fernsehsender indes noch nicht.

Text: Thomas Nötting

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Die AGF veröffentlicht ab sofort jeden Monat Kombi-Quoten aus Online-Bewegtbild und klassischem TV.
Die AGF veröffentlicht ab sofort jeden Monat Kombi-Quoten aus Online-Bewegtbild und klassischem TV.

Die deutschen Fernsehsender sind auf dem Weg zur Crossmedia-Quote einen Schritt weitergekommen. Ab sofort veröffentlicht die AGF Videoforschung klassische TV-Quoten und Reichweiten von Onlinevideo-Streaming in einem gemeinsamen Datensatz. Die Crossmedia-Reichweiten werden fortan monatlich publiziert. Für die Analyse der Daten stellt die AGF den Mediaagenturen außerdem zwei Software-Programme zur Verfügung.

Mit der regelmäßigen Veröffentlichung der Zahlen und deren Erschließung durch Analysetools erfüllen die TV-Sender zwei wesentliche Forderungen von Werbekunden und Mediaagenturen. Die kombinierte TV- und Streaming-Quote misst die AGF zwar bereits seit vergangenem Herbst. Bislang konnten die Daten in der Mediaplanung aber kaum eingesetzt werden.

"Das Bewegtbild-Projekt der AGF ist ein wahrer Kraftakt", sagt Geschäftsführer Willibald Müller. "Aber die größten Herausforderungen liegen hinter uns." Von einem "wichtigen Schritt in Richtung Marktstandard" spricht Klaus Peter Scharpf. Der Mindshare-Forschungschef vertritt die Mediaagenturen in den Gremien der AGF. Mit den neuen Auswertungstools setze "die AGF Maßstäbe", sagt Scharpf.

Machen Google und Facebook mit?

Trotzdem bleiben noch einige Hürden auf dem Weg zum endgültigen Ziel. Die wichtigste ist die noch ausstehende Beteiligung der US-Konzerne Google und Facebook. Vor allem ohne Reichweiten des Marktführers Youtube ist die neue TV-Konvergenz-Währung nicht viel wert. Google hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt, beim AGF-Projekt mitmachen zu wollen. Technische und inhaltliche Streitfragen hatten den Einstieg jedoch immer wieder verzögert.

Die "anspruchsvolle Integration der Youtube-Daten" sei inzwischen "weit fortgeschritten", heißt es dazu in der AGF-Mitteilung. Eine weitere Baustelle: die AGF-Streaming-Zahlen geben bislang nur die Nutzung auf stationären Rechnern wieder. Die Nutzung auf Handys und Tablets wird bislang nicht gemessen. Auch an dieser Ausbaustufe werde gearbeitet, erklärt dazu die AGF, die seit Jahresbeginn als "AGF Videoforschung" auftritt.

Kurzfristig will die AGF außerdem die so genannte Produktionsdauer verkürzen. Die jetzt veröffentlichten Daten sind bereits 40 Tage alt. Man arbeite "mit Hochdruck daran, die Produktionsdauer zu verkürzen", erklärt Geschäftsführer Müller.


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Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.



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