Bezahlt wird für Weltpolitik, Wirtschaft und Magazin-Themen

Und wofür investieren die "Zeit"-Leser nun Daten und Geld? Solange es nur um die Bezahlung mit Daten geht, ist der Nutzer großzügig; da unterscheidet sich die Nutzung nicht groß von der des kostenlosen Angebots. Lange und kurze Texte, querbeet durch alle Themen, sind gefragt. Wer mit barer Münze bezahlen muss, wählt schon deutlich fokussierter aus: "Wenn der Nutzer ein Abo abschließt, dann ist er in diesem Moment an einem bestimmten Thema stark interessiert", hat Kotynek beobachtet. "In unserem Fall sind das Themen aus der Weltpolitik, dem Wirtschaftsbereich und dem Magazin."

Nicht nur bei der "Zeit" ist Paid Content mittlerweile ein festes Standbein in der Finanzierung. Aktuell nutzen laut einer Bestandsaufnahme des Zeitungsverlegerverbands BDZV 123 deutsche Verlage Paid Content. Die meisten haben sich für die klassischen Freemium- und Metered-Modelle­ entschieden, eine geringe Anzahl experimentiert mit alternativen Varianten. Auch bei der "Zeit" läuft das Experiment weiter. Denn der Lernprozess beginnt gerade erst, sagt Martin Kotynek: "Wir können an allen Stellschrauben drehen, weil unser Z+-System sehr flexibel programmiert ist. So können wir von den Lesern lernen und diese Erkenntnisse jederzeit integrieren. Und da wird sich bestimmt noch das eine oder andere ändern."

Lesen Sie dazu auch die aktuelle W&V (26/2017)


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde