100 Köpfe :
Die wichtigsten Medien-Managerinnen 2016

Jedes Jahr stellt W&V die wichtigsten 100 Köpfe aus Agenturen, Marketingabteilungen und Medienhäusern vor. Zwölf davon sind Medien-Managerinnen. Hier ist die Auswahl:

Text: W&V Redaktion

Jedes Jahr stellt W&V die wichtigsten 100 Köpfe aus Agenturen, Marketingabteilungen und Medienhäusern vor. Zwölf davon sind Medien-Managerinnen. Hier ist die Auswahl in alphabetischer Reihenfolge:

Susanne Aigner-Drews, Geschäftsführerin, Discovery Networks Deutschland

Die Frau weiß, was Männer interessiert. Mit Beständigkeit und Geschick integrierte Aigner-Drews den Sender Eurosport unter das Dach der US-TV-Gruppe Discovery Networks – neben den Kanälen Dmax, TLC, Discovery Channel und Animal Planet. Ohne externe Sanierer im Haus stellte sie zugleich die Teams nachhaltig neu auf. Die Sendergruppe läuft sich für die Olympischen Spiele warm, deren Übertragungsrechte sie von 2018 bis 2024 erworben hat. (Foto: Discovery)

Yvonne Bauer, Verlegerin, Bauer Media Group:
So mancher Publisher sieht in Print kaum noch eine rentable Zukunft. Yvonne Bauer ist da anderer Meinung. Und bereit, dafür auch Risiken einzugehen: Der Start der deutschen Ausgabe von "People" im März 2015 ist für das Haus eine der größten Investitionen in jüngerer Zeit. Was nicht bedeutet, dass Bauer nicht auch andere Bereiche im Blick hat. Seit der Übernahme der skandinavischen SBS-Gruppe im Juli 2015 ist Bauer das größte Radiohaus Europas. Denn: Auch Radio macht Rendite. (Foto: Bauer)

Sabine Eckhardt, Geschäftsführerin, SevenOne Adfactory
Werbekunden wollen heute immer weniger TV-Spots von der Stange, sondern lieber Maßgeschneidertes: individuell konzipierte Product-
Placement-Auftritte, spezielle Crossmediapakete. Die zu entwickeln ist der Job von Sabine Eckhardt. Die 43-Jährige ist beim TV-Konzern ProSiebenSat.1 die Frau für die neuen Werbeformate. Die einst belächelten Sonderwerbeformen haben sich inzwischen zum Zugpferd fürs klassische Geschäft entwickelt. Und mit ihnen wächst auch der Einfluss der studierten Germanistin. (Foto: ProSiebenSat.1)

Donata Hopfen, Geschäftsführerin Bild, Axel Springer
Die "Bild"-Geschäftsführerin hat ein neues Markenleitbild für das Boulevardblatt geschaffen. Ihre ambitionierte Botschaft: "Bild" soll "alle erreichen". Dennoch scheut sie nicht davor zurück, knallhart durchzugreifen – und dafür Nutzer auszusperren. So geschehen im Rahmen der Aktion "Bildsmart": Wer einen Adblocker nutzt, bezahlt seit Mitte Oktober 2015 entweder 2,99 Euro monatlich – oder er bleibt bei Bild.de draußen. Sicher nicht Hopfens letzte Idee, um mit derlei Herausforderungen fertigzuwerden. (Foto: Axel Springer)

Julia Jäkel,  Vorstandsvorsitzende, Gruner + Jahr
Die sparsamen Zeiten sind erst mal vorbei – bei Gruner + Jahr darf wieder investiert werden. Und das macht Julia Jäkel zusammen mit Chief Product Officer Stephan Schäfer ganz ordentlich: Acht neue Titel hat sie 2015 auf den Markt gebracht und dabei Hits wie "Barbara" und "Stern Crime" gelandet. Solche Erfolge stärken natürlich ihren Einfluss im Konzern weiter. Ein deutliches Indiz dafür: 2016, so heißt es, soll Jäkel in den Vorstand des Mutterkonzerns Bertelsmann einziehen. (Foto: Gruner + Jahr)

Tanit Koch, Chefredakteurin "Bild"

Ihr Aufstieg an die "Bild"-Spitze war für viele eine Überraschung – und zwar nicht nur, weil Tanit Koch die erste Chefredakteurin des Boulevardblattes wird. Dabei braucht man sich nur ihre Vita anzusehen. Das Springer-Eigengewächs bringt alles mit, was man für den Job braucht: Die Juristin und Politikwissenschaftlerin hat auf dem Weg nach oben alle wichtigen Stationen durchlaufen, weiß daher genau, wie der Verlag tickt. So kann sie selbstsicher nach innen und außen agieren. (Foto: Axel Springer)

Frauke Lüpke-Narberhaus, Redaktionsleiterin  Bento

Der "Spiegel" will die Jugend, und Frauke Lüpke-Narberhaus soll sie liefern. Ihr Lockmittel: Bento, das Nachrichtenportal für die
Generation Hashtag. Um das hinzubekommen, erzählt die 31-Jährige mit ihrem Team Geschichten anders als der große Bruder Spiegel Online. Sie sind emotionaler, personalisierter, kürzer, passend zum mobilen Lifestyle der Zielgruppe. Und nicht nur das: Das Team schafft damit auch den Rahmen für Werbeexperimente aller Art – etwa Native Advertising.

Christin Martens, Chefredakteurin "Business Insider"

Die 38-jährige Wirtschaftsjournalistin führt den deutschen Ableger eines der ehrgeizigsten journalistischen Digitalprojekte von Axel Springer in die Zukunft. Die ehemalige Vize-Ressortleiterin Politik und Wirtschaft bei Bild.de soll "Business Insider" mit unterhaltsamen Wirtschaftsnews für die Entscheider von morgen interessant machen. Es soll nicht weniger sein als "ein großes globales Nachrichtenunternehmen für das digitale Jahrhundert". Von ihr wird man hören. (Foto: Axel Springer)

Katarzyna Mol-Wolff, Geschäftsführerin/Herausgeberin/Chefredakteurin, Inspiring Network , Emotion Verlag , Hohe Luft Verlag

Seit dem Management-Buy-out der Zeitschrift "Emotion" im Jahr 2009 hat die Juristin rund um den einstigen Gruner+Jahr-Titel ein überschaubares, aber feines Medienimperium mit mittlerweile 50 Mitarbeitern aufgebaut. Und es dürften noch mehr werden. Denn Mol-Wolf weiß, wie man eine Marke auch in einem schon überbesetzten Segment richtig positioniert und die dazu passenden Satelliten in den Orbit schießt. Und das wird sie 2016 wohl wieder unter Beweis stellen. (Foto: W&V/Martin Kroll)

Daniela Sakowski, Geschäftsführerin, Media Impact:

Es gibt wohl kaum jemanden im Management, der das Verlagsgeschäft dermaßen verinnerlicht hat wie sie. Daniela Sakowski wird ab
Januar übergreifend das Marketing der Zeitschriften bei Media Impact verantworten. Als bisherige Chefin der Funke Zeitschriften Marketing GmbH ist das genau ihr Ding. Sie wird beweisen, welche Kraft nach wie vor in Zeitschriften liegt und damit manch einer übermütigen Digitalentscheidung gegensteuern. Eine Frau, die für das Verlagsgeschäft brennt und sich darin einfach auch perfekt auskennt.

Elke Schneiderbanger, Geschäftsführerin, ARD-Werbung Sales & Services

Insgesamt 25 Jahre ihrer bisherigen Karriere hat Elke Schneiderbanger in Führungspositionen verbracht, sechs davon an der Spitze des ARD-Vermarkters AS&S. In dieser Zeit hat sie einiges bewegt. Zuletzt jagte sie dem Konkurrenten RMS die Radiosender Energy Bremen und Radio ffn ab – wichtige Mosaiksteine für ihre Deutschland-Kombi. AS&S hat dazu beigetragen, dass Audio endlich mit der ersten Konvergenzwährung aufwarten kann. Aber Schneiderbanger ist auch im TV-Bereich wichtig: Ab 2016 vermarktet die AS&S Mainstream Media und Wartezimmer TV.

Barbara Schönerberger, Entertainerin, Autorin, Moderatorin, "Barbara"

Ein Magazin rund um eine Person – die Idee hätte auch grandios
floppen können. Doch mit Barbara Schöneberger scheint es zu funktionieren: Das Experiment, das Gruner + Jahr im Herbst 2015 wagte, entwickelt sich positiv. Für den Verlag ist es einer der erfolgreichsten Launches der letzten Jahre – die Erstausgabe von "Barbara" verkaufte sich so gut, dass sogar nachgedruckt wurde. Läuft. Nicht nur, weil Schöneberger beim breiten Publikum ankommt. Sondern auch, weil sie sich selbst einbringt. (Foto: Gruner + Jahr, Cover "Barbara")


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.