Netflix und Jimmy Fallon :
Donald Trumps Probleme mit der Fiktion

"House of Cards" geht der Stoff aus, denn Donald Trumps Realität hat die Fiktion der Netflix-Serie überholt. Der US-Präsident kupfert bei Filmen ab.

Text: Petra Schwegler

Jimmy Fallon deckt auf: Donald Trump spricht, wie es zuvor schon Reese Witherspoon in "Natürlich blond" getan hat.
Jimmy Fallon deckt auf: Donald Trump spricht, wie es zuvor schon Reese Witherspoon in "Natürlich blond" getan hat.

Die Wirklichkeit der US-Politik mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump hat die Fiktion in Serie und Film überholt. Deshalb haben nun die Macher der erfolgreichen Politserie "House of Cards" ein Problem.

"Trump hat all unsere Ideen für die sechste Staffel gestohlen", sagte Darstellerin Robin Wright dem Magazin "Variety" während des Filmfestivals in Cannes. "Ich weiß nicht, was wir machen sollen, wirklich“, erklärte sie sichtlich belustigt. Während Barack Obamas Präsidentschaft seien die Zuschauer noch sicher gewesen: "Das ist nicht wirklich das, was passiert."

Bislang vier Staffeln der Serie, die den Aufstieg des skrupellosen Politikers Frank Underwood beschreibt, sind beim Streamingdienst Netflix verfügbar. Die fünfte Staffel ist bereits abgedreht und soll Ende Mai abrufbar sein. Wright spielt seit Beginn der Serie Underwoods kalt berechnende Ehefrau.

Wie sich Film und Trumps Redefluss ähneln

Unterdessen witzelt das Netz über Trumps Probleme mit der Fiktion, nachdem er ja schon die "Fake News" der Nachrichtenmedien bekämpft. Anlass: Eine der aktuellen Reden des US-Präsidenten ähnelt einer Ansprache von Reese Witherspoon in der schrillen Komödie "Natürlich Blond" aus dem Jahr 2001 doch sehr. An der Liberty University in Virginia sprach Trump am vergangenen Wochenende vom Abenteuer für die scheidenden Studenten.

Der Vortrag machte TV-Komiker Jimmy Fallon, Gastgeber der "Tonight Show" bei NBC, stutzig. Er fühlte sich bei Trumps Worten an Elle Woods (Witherspoon) erinnert, die am Ende des Films "Natürlich Blond" ihre Kommilitonen beschwört, an sich selbst zu glauben. Der Zusammenschnitt der "Tonight Show" macht deutlich: Die Elle-Abschlussrede von 2001 deckt sich in einigen Passagen mit der Ansprache von Trump vom vergangenen Wochenende (im Detail nach eineinhalb Minuten):

Neu ist das Phänomen nicht, dass Donald Trumps Reden an Filme erinnern. So wurden ihm schon zu Beginn seiner Amtszeit Zitate aus "Batman" nachgesagt. Und seine First Lady Melania doppelte in Teilen eine früheren Rede ihrer Vorgängerin Michelle Obama.