Großbritannien :
Erneute Spekulationen über einen Verkauf des Daily Telegraph

Zwei finanzkräftige Interessenten stehen offenbar bereit: die russische Milliardärsfamilie Lebedev und Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Text: Franz Scheele

Wie bereits 2016 gibt es derzeit in Großbritannien Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Tageszeitung The Daily Telegraph. Und wie vor zwei Jahren ließen die beiden Eigentümer, die Brüder Frederick und David Barclay über einen Unternehmenssprecher erklären, dass es "keine Pläne für einen Verkauf" gebe.

Doch laut dem Branchendienst Press Gazette stehen zwei recht finanzkräftige Interessenten an dem Titel bereit. Zum einen die russische Milliardärsfamilie Lebedev, die bereits die Online-only-Zeitung The Independent, das Gratisblatt London Evening Standard sowie den kommerziellen TV-Sender London Live besitzt.

Angefragt haben soll aber auch Amazon-Gründer Jeff Bezos, der 2013 für 250 Millionen Dollar die Washington Post übernommen hatte. Ihm soll ein Verkaufspreis für den Telegraph in Höhe von 700 Millionen Pfund genannt worden sein – ein Fantasiepreis.

Gewinn nahezu halbiert

Die Barclay-Brüder hatten den Telegraph 2004 für 665 Millionen Pfund übernommen, und tatsächlich war das Blatt viele Jahre lang der wirtschaftlich erfolgreichste überregionale Qualitätstitel in Großbritannien.

Doch die Situation hat sich in den letzten Jahren geändert. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz des Telegraph um 15,7 Millionen auf 285,7 Millionen Pfund zurück, der Gewinn vor Steuern halbierte sich nahezu auf nur noch 13,7 Millionen Pfund.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.