Falsche Abozahlen: Sky zieht sich billig aus der Affäre

Der Abo-Skandal von 2008 beim Sky-Vorgänger Premiere hätte die Münchner Pay-TV-AG furchtbar teuer kommen können. Doch die Klagen auf Schadensersatz sind nahezu im Sande verlaufen....

Text: Petra Schwegler

24. Apr. 2012

Einen Teil der Affäre um getürkte Abo-Zahlen kann Sky endgültig zu den Akten legen: Der Premiere-Nachfolger hat jetzt die letzte Rate der 14,5 Millionen Euro aus einem Vergleich an institutionelle Anleger wie Fonds überwiesen.

Das Ganze ist im Herbst 2010 ausgehandelt worden. Dem W&V-Schwestertitel "Kontakter" liegt die Information der Anwaltskanzlei DRRT aus Florida schriftlich vor. Demnach hat Sky den Vergleich mit deren Mandanten aus den USA, Luxemburg, Deutschland und der Schweiz "vollzogen und endgültig abgeschlossen". Sky-Sprecherin bestätigt das.

Mit der Schadenssumme von 14,5 Millionen Euro, die eine Manager-Haftpflichtversicherung abdeckt, kommt Sky gut davon. Die Fonds haben ursprünglich 242,5 Millionen Euro aufgerufen. Von privaten Anlegern sind laut Geschäftsbericht noch zwei Verfahren anhängig. Aber hier geht es um eine niedrige sechsstellige Schadenssumme.

Noch unter dem Namen Premiere hatte die AG nach der Übernahme durch Rupert Murdoch im Herbst 2008 eingeräumt, nur 2,4 Millionen statt der genannten mehr als drei Millionen Abonnenten zu haben. CEOs waren seinerzeit Georg Kofler und Michael Börnicke; sie sind auch als handelnde Personen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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