Studie :
Fernsehen noch immer beliebtestes Medium

Die Mehrheit der Deutschen mag analoges Fernsehen, wie gehabt, wie früher. Die Jungen schätzen Video-on-Demand, aber der Markt ist ausgereizt. Das sagt der Deloitte Media Consumer Survey.

Text: Conrad Breyer

Am liebsten sitzen die Deutschen noch immer vor der Flimmerkiste und gucken, was kommt.
Am liebsten sitzen die Deutschen noch immer vor der Flimmerkiste und gucken, was kommt.

Die alte Kiste ist populär wie eh und je: Entgegen vieler Prognosen schauen die meisten Deutschen quer durch alle Altersgruppen noch immer sehr gerne fern - und zwar linear. Der Anteil liegt laut der jüngsten Studie von Deloitte Media je nach Nutzersegment zwischen 75 und fast 100 Prozent. Video-on-Demand kommt dagegen besonders bei jungen Menschen und Familien gut an. Hier liegt die Verbreitung zwischen 50 und fast 70 Prozent. Unter den Älteren kann sich indes nur knapp ein Fünftel für Video-on-Demand erwärmen. Da die Gesellschaft immer älter wird, besteht hier Handlungsbedarf, soll der Markt wachsen.

Die Studie teilt die untersuchten Konsumentengruppen in vier Haushaltstypen ein: junge Berufstätige, Familien, ältere Paare, deren Kinder bereits aus dem Haus sind, sowie alleinstehende Senioren. Sie zeigen eine sehr unterschiedliche Dynamik: Bereits heute sind die älteren Paare und Single-Senioren in der Mehrheit. Doch auch die Zahl der Haushalte mit jungen, vorwiegend urban orientierten Menschen wächst. Hingegen sind die Familien auf dem Rückzug: Zwischen 2011 und 2016 nahm ihre Zahl um ein Prozent ab.

Fernsehen lebt

Immer noch steht das klassische Fernsehen an der Spitze der Beliebtheitsskala. 87 Prozent aller Studienteilnehmer sehen überwiegend genauso fern wie immer schon. Geguckt wird, was das Programm hergibt – natürlich mit einer entsprechend großen Auswahl. Sind die Anteile bei jungen Haushalten und Familien mit 77 bzw. 84 Prozent bereits hoch, erreichen sie bei den Älteren mit 97 und 94 Prozent nahezu die 100-Prozent-Grenze. Das lineare TV hat damit ein weiteres Mal alle jene widerlegt, die seinen nahen Tod vorhersagten.

Etwas differenzierter zeigt sich die Situation bei Video-on-Demand. Auch hier ist die durchschnittliche Nutzung mit 40 Prozent hoch. Jedoch ist der Unterschied zwischen den Haushaltstypen deutlich stärker ausgeprägt: Liegt die Nutzung bei den Jüngeren und Familien bei 68 bzw. 52 Prozent, so fällt sie bei den Älteren auf 20 bzw. 17 Prozent. Letztere sind schlicht nicht interessiert. Ein weiterhin starkes Wachstum im Bereich Video-on-Demand ist eher unwahrscheinlich: Nur 11 Prozent aller Befragten wollen in den kommenden Monaten ein Abonnement abschließen.

Download zu den Medientagen

Die Studie wird am 25. Oktober im Rahmen der Medientage in München vorgestellt. Alternativ steht sie hier zum Download bereit.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.