Funkanalyse Bayern 2012: Privatradios überholen Öffentlich-Rechtlich

Die bayerischen Lokalradio-und Lokal TV-Programme gewinnen deutlich an Reichweite. Das lokale TV erreicht 45 000 Zuschauer mehr als vor einem Jahr. Privatradios überholen Öffentlich-Rechtlich. Antenne Bayern baut Spitzenposition aus. So die zentralen Ergebnisse der Funkanalyse Bayern 2012.

Text: Katrin Otto

10. Jul. 2012

Die bayerischen Lokalradio-und Lokal TV-Programme gewinnen deutlich an Reichweite. Das lokale TV erreicht 45 000 Zuschauer mehr als vor einem Jahr. So das zentrale Ergebnis der Funkanalyse Bayern 2012. Damit sehen werktags 858 000 Zuschauer ab 14 Jahren bayerisches Fernsehen. Das entspricht einer Tagesreichweite von 8,1 Prozent in allen bayerischen Haushalten und 14,6 Prozent in Kabelhaushalten.

Der erfolgreichste lokale Fernsehsender in seinem Verbreitungsgebiet ist Donau TV aus Deggendorf  mit einer Reichweite von 28,3 Prozent täglich. Die höchsten Zuschauerzahlen aller lokalen TV-Programme erreichen münchen.TV/RTL München Live mit 203 000 Zuschauern täglich und Franken Fernsehen/RTL Franken Live TV aus Nürnberg mit 122 000 Zuschauern.

Auch die Lokalradios können sich über Reichweitengewinne und höhere Nutzungsdauer freuen: Sie kommen auf eine Tagesreichweite von 29,3 Prozent. Sie erreichen von Montag bis Freitag 3,27 Millionen Personen ab zehn Jahren, das sind 153 000 Hörer mehr als im Vorjahr. Insgesamt hören 89,3 Prozent der bayerischen Bevölkerung täglich Radio (plus 2,6 Prozent). Die tägliche Hördauer liegt bei vier Stunden und 14 Minuten (plus 22 Minuten). Dabei überholen die privaten die öffentlich-rechtlichen Sender: die privaten Hörfunkprogramme kommen auf 46,3 Prozent, während die Programme des Bayerischen Rundfunks 45,3 Prozent erreichen - für den BR ein Verlust von 4,6 Prozent Marktanteil.

Die höchste Reichweite insgesamt erzielte Antenne Bayern. 35,1 Prozent der Hörer ab zehn Jahren lauschen werktags das Privatrundfunkprogramm. Das sind vier Millionen Hörer täglich und eine halbe Millionen mehr als im Vorjahr. Zu den erfolgreichsten lokalen Radioprogrammen gehören hitradio.rt1 (29,5 Prozent RW) in Augsburg, Radio Plassenburg (26 Prozent RW) in Kulmbach und Radio Gong Würzburg (25,2 Prozent). In den Ballungsräumen München und Nürnberg sind Energy München (14,3 Prozent RW) und Hit-Radio N1 (14,1 Prozent) die am meisten gehörten Lokalprogramme.

Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) freut sich über den Reichweitengewinn der Privaten: "Im Wettbewerb mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk komme es insbesondere für die lokalen Radioanbieter auch in Zukunft darauf an, die von den Hörern wahrgenommene und honorierte Kompetenz der Lokalstationen in der lokalen und regionalen Berichterstattung sowie die zunehmende Zufriedenheit der Hörer mit dem Musikangebot zu erhalten und auszubauen." Immerhin 45,5 Prozent der bayerischen Gesamtbevölkerung hatten angegeben, dass die Lokalprogramme Musik nach ihrem Geschmack und wichtige Informationen aus dem Nahbereich (43,7 Prozent) bringen.

Die Digitalisierung nimmt weiter zu, auch wenn noch Luft nach oben ist, wie Schneider heute zur Eröffnung der Lokalrundfunktage in Nürnberg sagte. Digitalradio erreicht 7,7 Prozent der Bevölkerung. 35,5 Prozent der Bewohner haben schon einmal Radio über das Internet gehört, immerhin zwölf Prozent mindestens einmal die Woche. Ganz anders die Situation beim Fernsehen. Inzwischen sehen Drei Viertel der bayerischen Bevölkerung digitales Fernsehen. 42,2 Prozent der Zuschauer empfangen ihr TV-Programm über Breitbandkabel, 52,4 Prozent über Satellit. In Kabelhaushalten sehen nur 46,2 Prozent Fernsehen über digitalen Empfang, in den Satellitenhaushalten liegt der Anteil bei 88,2 Prozent.

Für BLM-Präsident Schneider zeigen die Ergebnisse, dass dem Ausbau des technischen Empfangspotenzials auf allen Empfangsebenen weiterhin eine zentrale Rolle zukomme.


Autor:

Katrin Otto
Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.



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