MeToo I. Führt zu einer weiteren Entlassung bei der Weinstein Company. Nach einer Klage wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe hat sich die Produktionsfirma von ihrem Studiopräsidenten David Glasser getrennt. Der Vorstand habe sich einstimmig zu dem Schritt entschieden. New Yorks Staatsanwalt Eric Schneiderman hatte vor einer Woche Klage gegen das frühere Unternehmen von Filmproduzent Harvey Weinstein eingereicht, dem Dutzende Frauen sexuelle Übergriffe vorwerfen. Geschäftsführung und Vorstand wussten laut Staatsanwaltschaft von dessen Verhalten und hätten dieses auch jahrelang hingenommen. Der bevorstehende Verkauf der Firma an eine Investorengruppe wurde wegen der Zivilklage in letzter Minute gestoppt. dpa

MeToo II. Britische Schauspielerinnen wollen es den amerikanischen gleich tun und gründen eine Initiative gegen Ausbeutung von Frauen. Fast 200 britische und irische Schauspielerinnen protestierten in einem offenen Brief gegen sexuelle Übergriffe und ungleiche Bezahlung in ihrer Branche. Sie riefen anlässlich der Verleihung der britischen Bafta-Filmpreise zu Spenden für eine neue Initiative auf, die Frauen unterstützen soll. Schauspielerin Emma Watson spendete rund 1,1 Millionen Euro, Unterzeichnerinnen der Initiative sind u.a. Keira Knightley und Emma Thompson. Sie seien durch die US-Initiative "Time's Up" (Die Zeit ist um) inspiriert worden. "Time's up" will der Belästigung von Frauen in der Filmindustrie und im amerikanischen Berufsalltag allgemein ein Ende bereiten. Das britische Pendant wird von der Frauenhilfsorganisation Rosa organisiert.
Neuen Ärger gibt es - nach Oxfam - in britischen Wohltätigkeitsorganisationen. Nach Belästigungsvorwürfen trat der Ehemann der 2016 ermordeten britischen Politikerin Jo Cox von seinen Ämtern in zwei Wohltätigkeitsorganisationen zurück. Er habe sich während seiner Arbeit für die Hilfsorganisation Save the Children im Jahr 2015 Frauen gegenüber unangemessen verhalten. Brendan Cox entschuldigte sich dafür. dpa

Funk. Dreht ab 19. Februar in Ahrensfelde und Umgebung eine neue Webserie. Unter der Regie von Pola Beck entsteht Druck (Foto oben) nach dem Vorbild der norwegischen Serie Skam. Im Mittelpunkt der ersten Staffel steht die 16-jährige, beliebte Hanna. Nachdem sie ihrer besten Freundin den Freund ausgespannt hat, steht sie alleine da. Die Geschichte wird nicht nur über die einzelnen Folgen auf Youtube erzählt, sondern auch über soziale Plattformen im Netz, darunter Instagram, Snapchat und Whats App, verlängert. Druck wird im Auftrag des ZDF für das öffentlich-rechtliche Jugendangebot Funk von Bantry Bay Productions (Der Club der roten Bänder/Bantry Bay ist eine Beteiligung von Beta Film) produziert. Erste Clips werden bereits im März online gehen. Unternehmensangaben

Netflix. Weitet sein Geschäft auf den Nahen Osten und Nordafrika aus. Das Unternehmen kündigte eine Partnerschaft mit OSN an, einem in der Region tätigen Sender für Pay-TV. Mit der Vereinbarung werden OSN-Abonnenten künftig auf Netflix-Inhalte zugreifen können. Es sei ein "ungewöhnlicher Deal", schrieb das Magazin Variety. 2017 hatten Netflix und Konkurrent Amazon dem Marktforschungsunternehmen IHS Markit zufolge dort gemeinsam rund ein Fünftel Marktanteil. Die einzige Netflix-Produktion auf Arabisch ist bisher ein Comedy-Special mit dem libanesischen Komiker und Schauspieler Adel Karam. dpa


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Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.