Studitemps zum Arbeitsmarkt :
"Irgendwas mit Medien" zieht immer noch

Lieber ARD als Vodafone: Medien als potenzieller Arbeitgeber sind laut Studitemps bei akademischen Jobeinsteigern nach wie vor sehr beliebt. 

Text: Petra Schwegler

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Akademische Jobeinsteiger zieht es in die Medien.
Akademische Jobeinsteiger zieht es in die Medien.

Auch wenn wenig Gehalt erwartet und mit Arbeitslosigkeit nach dem Abschluss gerechnet wird: "Irgendwas mit Medien" zieht bei akademischen Jobeinsteigern immer noch. 17,1 Prozent von 25.000 Befragten streben eine Karriere in der Medienbranche an, weiß der aktuelle "Fachkraft 2020"-Vergleich von Studitemps.

Der Vermittler von Studenten in Zeitarbeit zeigt in einer aktualisierten Detailanalyse auf, was den Reiz der Branche ausmacht: nämlich Chancengleichheit/Diversity (gegen 76 Prozent der Befragten an), Work-Life-Modelle (74 Prozent) sowie Familienfreundlichkeit (76 Prozent) – "drei Kriterien, die der zunehmenden Partizipation von Arbeitnehmerinnen am Arbeitsmarkt Rechnung tragen", wie Studitemps einordnet.

Allerdings kann es die Medienbranche der Analyse zufolge bei der durchschnittlichen Bekanntheit der Top-Arbeitgeber nicht ganz mit den Werten der Lebensmittelsparte (94 Prozent, Rang 1) aufnehmen. Sender, Zeitungen oder auch Zeitschriften erzielen jedoch leicht überdurchschnittliche 76 Prozent – Platz 5 im aktuellen "Fachkraft 2020"-Vergleich der Bekanntheit von zwölf ausgesuchten Branchen. Zum Vergleich: In den Maschinen- und Anlagenbau zieht es die Akademiker eher nicht (22 Prozent, Rang 12).

Hier sind die sieben Top-Unternehmen des Mediensektors, die als Arbeitgeber durchschnittlich 44 Prozent der rund 25.000 Befragten überzeugen:

- ARD und ZDF liegen mit 95 und 94 Prozent fast gleichauf.

- Mit leichtem Abstand dahinter folgen die Verlagshäuser Cornelsen (78 Prozent) und Axel Springer (77 Prozent).

- Auch ProSiebenSat.1 (73 Prozent) ist bei Studenten sehr bekannt und bekleidet damit Rang 5.

- Nur 4 Prozentpunkte weniger kann Bertelsmann (69 Prozent) auf sich vereinen.

- Danach folgt der Süddeutsche Verlag mit 50 Prozent; immerhin noch jeder zweite Befragte kennt demnach das Münchner Unternehmen.

Damit liegt die Medienbranche übrigens gleichauf mit dem Pharmabereich, der ebenfalls 44 Prozent der Befragten überzeugen kann. Zum Vergleich: Die Branche mit den unter Studenten begehrtesten Unternehmen ist die Automobilindustrie mit Unternehmen wie BMW, VW oder Mercedes Benz mit 62 Prozent, der Telekommunikationssektor mit Deutscher Telekom, Vodafone & Co. erreicht hingegen gerade einmal 25 Prozent.

Fünf der genannten Top-7-Medienunternehmen liegen bei der Frage nach der Arbeitgeberattraktivität relativ eng beieinander, wie die Grafik unten zeigt. Hier schiebt sich allerdings ProSiebenSat.1 als Arbeitgeber mit 49 Prozent vor die ARD (47 Prozent). Und auch Bertelsmann liegt mit 44 Prozent gerade einmal zehn Prozentpunkte hinter dem attraktivsten Arbeitgeber der Branche auf Platz 5. Der Süddeutsche Verlag kann mit 31 Prozent den Axel Springer Verlag (29 Prozent) hinter sich lassen.

Quelle: Studitemps

Quelle: Studitemps

Ausführliche Studienergebnisse zum Thema sind hier abrufbar.

"Fachkraft 2020" ist eine Studienreihe zur wirtschaftlichen und allgemeinen Lebenssituation der Studierenden in Deutschland. Themen für die von der Studitemps GmbH in Kooperation mit dem Department of Labour Economics der Maastricht University durchgeführte Erhebung sind unter anderem studentische Arbeit, studentische Mobilität, Zeitmanagement und Workload, finanzielle Ausstattung und berufliche Perspektiven.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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