Eurovision Songcontest :
Jamie-Lee: Mit Teddybären im Haar zum ESC-Coup?

Jamie-Lee Kriewitz will für Deutschland endlich wieder Punkte beim Eurovision Songcontest holen. Die 18-Jährige setzt auf ihren einzigartigen Stil.

Text: Daniel Lange

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Jamie-Lee Kriewitz vertritt Deutschland beim diesjährigen Eurovision Songcontest
Jamie-Lee Kriewitz vertritt Deutschland beim diesjährigen Eurovision Songcontest

Hunderte lilafarbene kleine Teddybären sind in Kisten gequetscht, dazwischen rosa Watte und Styroporkügelchen. Die Heißklebepistole liegt bereit. Was nach Kinderbastelstunde klingt, ist die Schmiede, in der die Mädchenträume der deutschen ESC-Kandidatin Jamie-Lee Kriewitz wahr werden. Die 18-Jährige, die mit ihrem Song "Ghost" beim Eurovision Songcontest antritt, ist bekannt für ihren farbenfrohen Kleidungsstil - und ihren opulenten und schrillen Kopfschmuck.

Hergestellt wird dieser in einer Neubauwohnung im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Designer Franz-Josef Baur klebt in seinem Atelier bunte Schleifchen, Glitzer und pinken Wattebausch auf große Styroporkugeln. Er nennt sie liebevoll Ohren. Wenn er fertig ist, erinnere ihn der Kopfschmuck an eine japanische Micky Maus, so Baur. Mit ihren Ringelsocken und Tüllrock wird Jamie-Lee Kriewitz dann zu einer "Alice im Wunderland"-Version, wie Baur es liebevoll nennt.

Wie der Haarschmuck für das Finale aussieht, will er noch nicht so ganz verraten: "Er ist größer und fantasievoller." Auch Teddybären werden zu sehen sein. Fast drei Stunden hat er an dem 250 Gramm schweren Haarschmuck gearbeitet. Den Haarreif will er Kriewitz anschließend schenken - egal ob sie gewinnt oder nicht. Für Baur ist aber klar: "Deutschland wird definitiv die Nummer eins. Das wünsche ich Jamie so sehr. Sie hat es verdient."

Timberlake performt neuen Song

Ob das die Zuschauer aus ganz Europa auch so sehen, wird sich am Samstagabend zeigen. Ein Gewinner steht allerdings schon vorher fest: Die Snackbranche. Für die Zielgruppe des ESC ist es undenkbar, Fernsehen ohne Süßwaren und Snacks zu schauen. Beginnen kann die alljährliche Knabber-Event um 20.15 Uhr, dann beginnt die Übertragung der ARD. Gesungen wird ab 21 Uhr. Moderiert wird das ESC-Finale von der schwedischen Fernsehmoderatorin Petra Mede, zusammen mit Vorjahressieger Mans Zelmerlöw. Während der Abstimmungsphase gibt sich außerdem ein internationaler Star die Ehre: Justin Timberlake präsentiert seinen neuen Song "Can't Stop The Feeling" als Weltpremiere.

Eine erste kleine Prognose, abgesehen von denen der Buchmacher, stellt die Firma Meltwater. Mittels deren Monitoring-Tool konnte ausgewertet werden, in welchem Umfang das Social Web über die fünf Favoriten des ESC 2016 spricht. Die Infografik zeigt: Australien hätte die beste Chancen, vor den üblichen verdächtigen Russland und Schweden sowie Frankreich und der Ukraine. Weniger als ein Prozent aller Beiträge thematisiert Deutschland oder Jamie-Lee Kriewitz. 

Nicht mit dabei sein werden die Schweiz und Dänemark: Beide ESC-Urgesteine flogen überraschend im Halbfinale aus dem Wettbewerb. Australien darf dagegen nach 2015 wieder als Ehrengast im Grand-Prix-Finale mitmischen. Neben Australien qualifizierten sich Georgien, Lettland, Bulgarien, Serbien, Polen, Israel, Litauen und Belgien für die Show am Samstag. Außerdem zog die Krimtatarin Jamala, die in ihrem Song "1944" über die Vertreibung der Minderheit unter Sowjetdiktator Josef Stalin singt, für die Ukraine ins Finale ein.

Ann-Sophie: "Bin fallengelassen worden"

Dass der Eurovision Songcontest allerdings auch alles andere als karrierefördernd sein kann, zeigt sich an Deutschlands Vorjahressängerin Ann Sophie, die nach dem ernüchternden Ergebnis (letzter Platz mit null Punkten) eine schwere Zeit durchgemachen musste. Sie sei in ein tiefes Loch gefallen, sagte sie am Donnerstagabend in der "ZDF"-Talkshow von Moderator Markus Lanz. "Ich stand da mit nichts", sagte Ann Sophie. Ihr sei vorher viel versprochen worden, letztlich sei sie aber fallengelassen worden.

Doch aus dieser Phase habe sie gelernt. "Ich möchte nicht wieder in die Situation kommen, dass ich in so ein Loch fallen kann. Ich möchte mich auf jeden Fall für meine Zukunft breiter aufstellen", sagte die Sängerin, die mit ganzem Namen Ann Sophie Dürmeyer heißt. Sie mache weiterhin Musik, habe aber auch ein Studium der Wirtschaftspsychologie begonnen. (mit dpa)


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