Großbritannien :
Johnston Press: Kompaktzeitung i rettet die Jahresbilanz

Rechnet man die Erlöse der im April 2016 übernommenen Tageszeitung heraus, so liegt der Umsatzrückgang des Regionalzeitungsverlags im Print-Bereich bei 13 Prozent.

Text: Franz Scheele

Der Gesamtumsatz des britischen Lokal- und Regionalzeitungsverlags Johnston Press ist im vergangenen Jahr um 5 Prozent zurückgegangen, die Vertriebs- und Anzeigenerlöse im Print-Bereich um 6 Prozent. Rechnet man die Erlöse der im April 2016 übernommenen überregionalen Tageszeitung i heraus, so liegt das Minus sogar bei 13 Prozent. Die Digitalerlöse legten dagegen um 3 Prozent zu. Dies geht aus dem vorläufigen Jahresbericht des Unternehmens hervor. Die endgültigen Zahlen werden voraussichtlich im März vorgelegt.

Johnston Press mit Sitz in London und offiziellem Geschäftssitz in Edinburg gibt in Großbritannien mehr als 200 Regionaltitel heraus, darunter The Scotsman und die Yorkshire Post. Positiv hebt der Verlag die Entwicklung von i hervor: Deren Vertriebserlöse seien im zweiten Halbjahr 2017 um 19 Prozent gestiegen, die Anzeigenerlöse sogar um 26 Prozent. Allerdings war die Gesamtverschuldung des Verlags durch die i-Übernahme für 24 Millionen Pfund auf über 200 Millionen Pfund gewachsen – ein Grund, weshalb der Verlag danach mehr als ein Dutzend seiner Lokalzeitungen verkauft hat.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.