Ebeling ist Psychologe. Als solcher dürfte er Konnotation kennen. Viele Jahre bei Europas größtem Entertainment-Konzern haben ihn steinreich gemacht. Offensichtlich aber nicht klug werden lassen. Den von ihm Verachteten verdankt er seinen materiellen Reichtum.

Als Kind des Privatfernsehens sehe ich seit Jahren den Niedergang der Sender aus Unterföhring mit Zorn im Gemüt. Ist es doch dieser Verachtung eines gekränkten älteren Mannes geschuldete unnötige Selbstaufgabe von Freude an der Phantasie, die leb- und seelenlose Fernsehverwaltung hat entstehen lassen, die meiner Branche so sehr schadet.

"We love to entertain you" sendet seit 2003 das Zugpferd des Konzerns - ProSieben - in die offenbar zu dicken Gesichter des Publikums.

Wir lieben es, zu unterhalten! Liebe! Ja. Liebe!

Genau die fehlt Thomas Ebeling. In seiner Weltsicht, dem Umgang mit der DNA seines Konzerns, und den Menschen darin. Und offenbar zu sich selbst.

Jeder Mensch, der seine Arbeit liebt, ist seelisch vereint mit ihr und den beteiligten Faktoren. Gerade im Entertainment, wo man die Herzen der Menschen viel mehr als ihre Hirne erreichen muss, ist diese Liebe unabdingbar.

Liebe bedeutet Hinwendung, manchmal Hingabe, Wertschätzung, Strenge und unbedingten Willen.

Egal, wie groß die Geldmengen, die im Umlauf sind, auch sein mögen: Diese Liebe merkt man den Dingen an. Und eben auch ihre Abwesenheit.

Deswegen sind die Zitate aus einer Telefonkonferenz vor Analysten so entblößend. Sicher ist das kein Ort der Liebe. Aber auch die dort anwesenden Geldmacher können selbiges nur scheffeln, wenn sie darauf achten, bei ihrem Publikum zumindest den Anschein zu erwecken, dass sie nicht nur Zahlen toll finden.

Das Publikum, ähnlich denen, die mit Liebe Fernsehen machen, sind nämlich am Prozess vor dem Ergebnis interessierter als am Ergebnis, vulgo Ebit, selbst. Zumal der sowieso nur in die Hälse derer fließt, die Nämliche eh nie voll bekommen.

Gerne auch zwei-, dreimal lesen.

Wahrscheinlich will Thomas Ebeling, der mit dem Satz "Ich hasse Fernsehen" zitierbar sein soll, eh nur vom schweren Joch seiner Aufgabe befreit werden. Bei vollem Lohnausgleich selbstverständlich.

Seinem Nachfolger sollte der Aufsichtsrat aber abverlangen, vor Dienstantritt 1000 Mal in Schreibschrift auf die Tafel der Kantine in Unterföhring zu schreiben:

"We love to entertain you"

Kai Blasberg, Geschäftsführer Tele 5

Übrigens: Auch für Blasbergs TV-Aushängeschild Oliver Kalkofe sind die Ebeling'schen Äußerungen ein "gefundenes Fressen": 

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Überhaupt nutzt Tele 5 den Fauxpas des ProSiebenSat.1-Chefs in eigener Sache

„Wird das 'fettleibig und arm'-Zitat für Thomas Ebeling Konsequenzen haben?”


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W&V Redaktion
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