De Maizière appelliert an ARD :
Kann der "Tatort" das Image des BKA polieren?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière will das Image des Bundeskriminalamtes mit einer ungewöhnlichen Idee verbessern ...

Text: Petra Schwegler

Ein BKA-Kommissar für den "Tatort" schwebt dem Bundesinnenminister vor.
Ein BKA-Kommissar für den "Tatort" schwebt dem Bundesinnenminister vor.

Gibt es bald einen BKA-Kommissar im Kreis der "Tatort"-Ermittler im Ersten?. Wenn es nach Thomas de Maizière geht, dann schon. Der Bundesinnenminister will das Image des Bundeskriminalamtes (BKA) mit einer ungewöhnlichen Idee verbessern. "Wie wäre es mit einem BKA-Kommissar im 'Tatort', der gute Fälle löst?", fragte der CDU-Politiker bei der BKA-Jahrestagung in Mainz in Richtung ARD.

De Maizière: "In vielen Krimis mischt sich das LKA oder das Bundeskriminalamt in die Arbeit vor Ort ein, und wirkt eher störend oder unsympathisch. (...) Ganz schlimm, wird es, wenn dann noch ein Staatssekretär oder Minister ins Spiel kommt." Es könne ruhig öfter gezeigt werden, dass viele Straftaten in guter Zusammenarbeit der Behörden von BKA und Polizei vor Ort aufgeklärt würden, so der Politiker.

Hat schon mal mit dem "Dadord" funkioniert ...

Neu ist die Idee an sich nicht. Schon der CSU-Politiker Markus Söder – aus Franken stammend – rieb sich einst daran, dass es keine fränkischen Ermittler im Kreis des ARD-Krimis gegeben hatte. Und noch viel schlimmer: Seine Landsmänner sah Söder im "Tatort" im Falle eines Auftritts als Täter verunglimpft. Die Münchner ARD-Anstalt BR hatte ein Einsehen und schob im ersten Halbjahr 2015 den ersten "Dadord" ins Gemeinschaftsprogramm des Ersten. Sehr erfolgreich – und mit dem Effekt, dass 2017 bereits der dritte "Franken-Tatort" zu sehen sein wird.

Zuletzt hat die Münchner Polizei im Oktober einen recht nüchternen Isar-"Tatort" sehr geschickt per Twitter begleitet. Zum ersten Mal in ihren 25 Jahren als Ermittlerduo konnten die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) den Mörder nicht präsentieren, erst 2017 folgt die Fortsetzung des Falls.

Das Social-Media-Team, Ermittler und ein Polizeipsychologe kommentierten unter @polizeimuenchen und #Tatort das Geschehen, der "Faktencheck" klopfte den Realitätsgehalt der Szenen ab und beantwortete die Fragen der Twitter-Gemeinde zur Polizeiarbeit. Sehr unterhaltsam – und durchaus ein Imagegewinn für Ermittler.