In Bayern hat auch die City-Kette Energy mehr Glück: Hier gibt es mit 6000 Hörern ein Mini-Plus in München auf jetzt 38.000 Hörer. Viele andere Energy-Stationen melden ein Minus, wie etwa Hamburg und Stuttgart. Das ist umso erstaunlicher, als dass durch die MA-Ausweitung rund 90 Prozent der Sender Zuwächse melden können.

Ein genauer Blick auf den hessischen Radiomarkt muss sein: Platzhirsch FFH kann nach Jahren der Verluste und nach einem Relaunch im vergangenen Jahr wieder zulegen. Mit olus 64.000 Hörern sind die letzten Verluste mehr als wettgemacht; der Privatsender kommt auch mit 563.000 Hörern pro Werbestunde wieder klar über die Grenze von einer halben Million Hörer.

Der reichweitenstärkste Sender Deutschlands ist dagegen weiterhin Radio NRW – MA-Ausweitung hin, MA-Ausweitung her; der Oberhausener Sender kann laut der am Mittwoch veröffentlichten Media-Analyse 87.000 Nutzer dazugewinnen. Plus 6,0 Prozent in der beworbenen Durchschnittsstunde bei jetzt 1,544 Millionen Hörern stabilisieren den Mantelprogrammlieferanten der NRW-Lokalradios auf höchstem Niveau. Auch aus NRW gibt es fast nur Zuwächse zu melden – bis auf WDR 4 mit minus 12.000 auf jetzt 786.000 Hörer. Dafür kommt der Zweitplatzierte der absoluten Sieger vom WDR. Seine junge Welle Eins Live legt um 162.000 Hörer zu und meldet nun 947.000 Fans pro Werbestunde.

Zu den "Gewinnern" zählen auch sämtliche bundesweite Wellen wie Klassik Radio (plus 23,4 Prozent) und auch das junge Sunshine Live (plus 18,8 Prozent), In der heiß umkämpften Region Berlin/Brandenburg gibt es dieses Mal fast nur Gewinner – Nur Radio Berlin 88,8 muss 8000 Hörer abgeben. Ansonsten melden sowohl Private wie Öffentlich-Rechtliche Zuwächse.
In Niedersachsen haben alle Konkurrenten zugelegt - der Rocksender Radio 21 ebenso wie Hit-Radio Antenne auf jetzt 442.00 Hörer sowie Radio ffn mit nun 457.000 Hörern pro beworbener Duchschnittsstunde.

In Schleswig-Holstein gewinnen alle Sender hinzu, am stärksten aber Radio Nora mit jetzt 69.000 nach zuvor 43.000 Hörern. Die Bilanz: plus 60,5 Prozent bei der Reichweite. Ähnlich die Situation im Osten der Republik; kaum eine Station verliert, viele gewinnen hinzu. MDR1 kann sogar in allen Regionen zulegen – in Thüringen, Sachsen sowie Sachsen-Anhalt. Nur wenige Hörer gehen einzelnen Privatsendern von der Stange, darunter Hitradio RTL Sachsen mit einem Minus von 8000 auf jetzt 82.000 Hörer pro Werbestunde.

Aus dem Südwesten kommt der größte Zuwachs nach Prozenten – von Die neue 107,7 mit 74,5 Prozent mehr Reichweite. Schon sieht der Privatsender mit 96.000 Hörern in der Werbestunde die magische Grenze von 100.000 Hörern nahen. Strak auch diverse City-Sender wie das Ulmer Donau 3 FM. Für SWR3 ist eine wichtige Hürde geschafft: Die Rockwelle des SWR zählt mit nun 1,074 Millionen Hörern in der beworbenen Durchschnittsstunde zu den wenigen Radio-Millionären der Republik. Die sitzen sonst in NRW und Bayern.

In der zweimal jährlich veröffentlichten Erhebung untersucht die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) die Radionutzung der deutschen Bevölkerung ab zehn Jahren; dieses Mal inklusive der deutschsprachigen EU-Ausländer, weswegen die Grundgesamt um 3,8 Millionen Menschen auf rund 73,7 Millionen angewachsen ist. Kaum erstaunlich daher, dass die Gesamtreichweite aller Hörfunkangebote laut Radio-MA pro Durchschnittsstunde deutlich anwächst. Plus 9,0 Prozent Prozent attestiert die AG.MA allen ausgewiesenen Sendern. Die RMS-Wellen haben dieses Mal beim Wachstum die Nase leicht vorne – 9,0 Prozent. Die ARD-Stationen legen insgesamt um 8,8 Prozent an Reichweite zu. In der Außendarstellung mag ohnehin kaum ein Sender Verluste einräumen - mit dem "Währungs-Wechsel" befasst sich auch ein Eintrag im Kontakter-Blog.



Petra Schwegler, Redakteurin
Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.