Der frühere Nationalkeeper Oliver Kahn, der als ZDF-Experte über die EM berichtet, soll nach Informationen des Branchendienstes ein ähnlich hohes Honorar wie Scholl kassieren. Er reagierte am Dienstagnachmittag sehr erzürnt: "Hierbei handelt es sich um eine eklatante Falschmeldung, die jeglicher Grundlage entbehrt. Kress.de verbreitet eine Fehlinformation, die bewusst Neid und Missgunst in der Öffentlichkeit in Kauf nimmt und den Zuschauern die Freude an der Berichterstattung vermiesen soll", teilte Kahn auf seiner Facebook-Seite mit. Er behalte sich rechtliche Schritte vor. 

Das ZDF selbst dementierte die Meldung. "Die Zusammenarbeit mit Oliver Kahn basiert auf einer Pauschalvereinbarung über zwei Jahre. Die genannten Zahlen entbehren jeglicher Grundlage", teilte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz mit. Auch er nannte keine konkreten Zahlen. 

Markus Wiegand, Chefredakteur von "Kress Pro", verwies darauf, dass die beiden früheren Bayern-Profis nicht von einem privaten TV-Sender bezahlt werden. "Solange Scholl und Kahn aber durch Gebührengelder honoriert werden, ist es ein Skandal. Die überragende Mehrheit der Zuschauer würde solche Summen niemals billigen, wenn sie davon wüsste", schrieb er im Editorial des Magazins.

W&V Online/dpa


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W&V Redaktion
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