"Wenn die Sozialdemokratische Partei Deutschlands tatsächlich die effiziente Demokratiemaschine ist, für die ich sie halte, muss es doch möglich sein, die Formalitäten für meine Kandidatur innerhalb von drei Tagen zu erledigen", frohlockte der Entertainer auf seiner Kampagnen-Website. In der ZDFneo-Sendung zeigte sich Böhmermann aber etwas zurückhaltender: "Ich weiß nicht, ob es klappt. Wir haben jetzt nur noch 70 Stunden Zeit", sagte er zu seinem Studiogast Aurel Mertz.

Um 14 Uhr startet ein "Bürgerdialog" 

Die Reaktionen der SPD-Mitglieder ließen nicht lange auf sich warten: "Kluge Kampagne", kommentierte Juso-Chef Kevin Kühnert das Video von Böhmermanns Bewerbungsrede auf Twitter. "Es fehlen noch AWO-Tischdecke und IG-Metall-Cap, dann könnten die ersten Unterbezirke weich werden. Tipp: Mehr Willy-Brandt-Zitate nutzen."

"Wenn Jan Böhmermann um Mitternacht nicht die Internationale singt, gibt's von uns keine Chance auf Unterstützung", twitterte die Jugendorganisation der SPD in ihrem offiziellen Kanal. 

Alexander Schweitzer aus dem SPD-Bundesvorstand sagte der "Bild"-Zeitung, er finde es gut, wenn der Moderator SPD-Mitglied werde. "Allerdings sollte er beim Mitgliedsbeitrag nicht zu knauserig sein und sich das mit dem Vorsitz schnell wieder abschminken."

Böhmermann bleiben nur noch wenige Stunden. Für den Nachmittag hat der Satiriker zum "Bürgerdialog" bei Instagram, Facebook und Twitter geladen. (red/dpa)