Übrigens: Dank des rasanten Kursanstiegs der vergangenen Jahre ist ProSiebenSat.1 an der Börse deutlich mehr wert als Axel Springer, so dass dem Münchener TV-Konzern eher eine Rolle als Seniorpartner zukommen würde. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde damit der zweitgrößte Medienkonzern in Deutschland nach Bertelsmann mit einem Umsatz von insgesamt rund sechs Milliarden Euro entstehen. Eine wie auch immer geartete Transaktion dürfte allerdings auf massive kartellrechtliche Probleme stoßen: Springer hatte 2006 eine Übernahme von ProSiebenSat.1 geplant, dies war aber vom Bundeskartellamt und der Medienkontrollkommission KEK untersagt worden.

Bei einer Fusion heute würden viele Schnittstellen ineinander passen: Springer hat sich sehr digital aufgestellt und setzt vor allem unter der Marke "Bild" sehr stark auf Bewegtbild. Von Letzterem hat ProSiebenSat.1 genug - und hat auch schon über Ableger wie Studio71 Finger ins Social Web ausgetreckt. Beide sind im E-Commerce mit digitalen Marktplätzen unterwegs und haben damit wachsenden Erfolg. Was dagegen spricht - das ist in erster Linie das deutsche Kartellamt.

Eine Wirkung haben die Spekulationen bereits: Der Börsenwert von ProSiebenSat.1 am Aktienmarkt ist vorbörslich um rund 6,6 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro gestiegen - bei Springer beträgt das Kursplus 6,9 Prozent. Das Unternehmen ist damit an der Börse rund fünf Milliarden Euro wert.

ps/dpa


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Autor: W&V Redaktion

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