Die Äußerungen des Oscarpreisträgers stießen zunächst vor allem auf Kritik. "Es interessiert mich nicht, ob Kevin Spacey schwul ist. Es interessiert mich eher, warum wir sexuelle Orientierung mit der Belästigung eines Minderjährigen zusammenführen. Bleibt beim Thema", schrieb etwa die Autorin und Aktivistin Ashlee Marie Preston auf Twitter.

 "Es fühlt sich ein bisschen eklig an, dass du eine Geschichte, die sich um das/die Opfer drehen sollte, zu einer Geschichte über dich selbst machst", schrieb der für die Demokraten kandidierende Jungpolitiker Jordan Thompson, der zugleich die Vermutung anklingen ließ, dass es weitere Opfer Spaceys geben könne.

Zu den wenigen positiven Kommentatoren auf Spaceys Aussagen gehörte der Chef des Film- und Musikstudios Allied Artists. "Wenn wahr, sprechen Affekthandlungen unter Alkoholeinfluss für übermäßige Hingabe, nicht für übergriffiges Verhalten", schrieb Kim Richards. An Spacey gewandt: "Du bist gut und anständig, verdienst Vergebung."

Dem Interview zufolge hat Rapp den Vorfall über die Jahrzehnte mit zunehmend ungutem Gefühl mit sich herumgeschleppt und nie wieder mit Spacey darüber gesprochen. Im Zuge der Weinstein-Enthüllungen fühle er sich nun verpflichtet, seine Stimme zu erheben, sagte der 46-Jährige dem Magazin.

Spacey schrieb, es tue ihm leid, dass Rapp dies all die Jahre mit sich herumgetragen habe. "Diese Geschichte" habe ihn ermutigt, auch die "anderen Dinge" über sein Leben zu berichten, fuhr Spacey fort. "Wie die Menschen, die mir am nächsten stehen, wissen, habe ich in meinem Leben Beziehungen mit Männern und Frauen gehabt", schrieb er, gefolgt von der Entscheidung, nun als schwuler Mann leben zu wollen. (dpa)


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W&V Redaktion
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