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Anteil an Fernsehgebühren:
ProSieben Sat.1 fordert Geld vom Staat

"In dem Maße, in dem wir die Grundversorgung in jungen Segmenten mitübernehmen, finden wir es sachgerecht, dass diese Inhalte aus öffentlichen Mitteln mitfinanziert werden", sagt Vorstand Conrad Albert.

Text: W&V Redaktion

3. Juli 2017

ProSieben Sat.1-Vorstand Conrad Albert greift ARD und ZDF scharf an.
ProSieben Sat.1-Vorstand Conrad Albert greift ARD und ZDF scharf an.

Foto: ProSieben Sat.1

ProSieben Sat.1-Vorstand Conrad Albert fordert bei der Finanzierung des Fernsehprogramms einen radikalen Systemwechsel. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte Albert: "Die öffentliche Finanzierung darf sich nicht länger an der Institution festmachen, sondern am Inhalt."

ARD und ZDF müssten sich fragen lassen, ob sie ihren Auftrag überhaupt noch erfüllen, da sie nur noch einen Teil der Gesellschaft erreichen. "Nur fünf Prozent der Zuschauer von ARD und ZDF sind unter 30 Jahre alt. In der Zielgruppe von 14 bis 29 Jahren erreichen wir mit 'Pro7 News' deutlich mehr Zuschauer als 'Tagesschau' und 'Heute' zusammen", so Albert in der FAS.

Bei ProSieben Sat.1 spricht man von einer "Medienordnung 4.0" zur Förderung der Meinungsvielfalt in jungen Zielgruppen. Ziel sei es,  gesellschaftspolitisch relevante Inhalte (Public-Service-Inhalte) zu fördern und so vermehrt junge Menschen mit demokratiestiftenden, meinungsbildenden und integrativen Angeboten zu erreichen.

ZDF-Sprecher Alexander Stock weist Alberts Behauptungen zurück: "Im ersten Halbjahr 2017 haben die beiden öffentlich-rechtlichen Programmfamilien bei den 3- bis 29-jährigen Zuschauern zusammen einen Markanteil von 19,8 Prozent erreicht." Die Pro7 News hätten von Januar bis Mai im Schnitt 240.000 Zuschauer in diesem Publikumssegment erreicht. "Tagesschau" (20 Uhr) und "Heute" (19 Uhr) dagegen hätten im selben Zeitraum zusammen im Schnitt 430.000 Zuschauer in der Altersgruppe von 14 bis 29 Jahren erreicht.


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