Machine Learning ist die Basis von Quora

Künstliche Intelligenz spielt bei Quora eine zentrale Rolle: Über Machine Learning verteilt die Plattform die eingegebenen Fragen an Personen, die basierend auf Fachwissen und Erfahrungen qualitativ hochwertige und nützliche Antworten geben können. Je aktiver der Nutzer auf Quora wird, indem er Antworten verfasst, Themen und anderen Nutzern folgt, desto besser kann Quora den Content auf der Plattform personalisieren.

Auch bei der Qualitätskontrolle hilft KI: Jeder Nutzer kann Antworten bewerten. Die Bewertungen von Experten auf dem entsprechenden Gebiet werden stärker berücksichtigt. Bei schlechten Bewertungen werden die Antworten erneut überprüft.

Auch Verletzungen der Netiquette und der internen Richtlinien sollen per Algorithmus identifiziert werden. Eine deutschsprachige Mitarbeiterin hat bei Negativmeldungen noch einmal ein Auge darauf. So will Quora ein hohes Maß an Qualität des Contents sicherstellen. Auch Spam, Plagiate und Trolle sollen so identifiziert werden.

"In Deutschland wird es vorerst keine Werbung geben"

Contentqualität ist laut Adam D'Angelo, ehemaliger CTO bei Facebook, erste Priorität. Erst dann kommt die Anzahl der Nutzer – 200 Millionen Unique User per Monat sind es zur Zeit. Wesentlich weiter unten in der Prioritätenliste steht die Monetarisierung durch Werbung. „Wir haben zum Glück Investoren, die sehr geduldig sind“, sagt D'Angelo gegenüber W&V. Im Frühjahr hat Quora die vierte Finanzierungsrunde von 85 Millionen US-Dollar abgeschlossen.

Erst sieben Jahre nach dem Star, im Mai 2017, hat sich die englischsprachige Plattform gegenüber Werbung geöffnet. „Auch in Deutschland wird es in den ersten Jahren keine Werbung geben“, verspricht der Gründer. Wichtig sei erst einmal, die Plattform mit einer langfristigen Perspektive aufzubauen und die Qualität des Contents zu sichern.

Zum Beispiel sei es ein No-Go, wenn Mitarbeiter von Unternehmen in Antworten Werbung integrieren. Die Antworten müssten grundsätzlich werbefrei sein. Trotzdem hält D'Angelo Quora für ein potenzielles Marketing-Tool: Zum Beispiel könnten Rechtsanwälte oder Berater ihre Kompetenzen demonstrieren.

Rekruter werden auf kompetente Quora-Nutzer aufmerksam

Für Recruiting werde die Plattform ebenfalls verwendet: „Viele Nutzer haben durch sie neue Jobs gefunden, weil Recruiter auf Sie aufmerksam wurden“, sagt der 32-Jährige. Auch Journalisten suchen darüber nach Experten oder recherchieren Hintergrundinformationen, fügt er hinzu. 

Aber in erster Linie soll Otto-Normalverbraucher dort kompetente Antworten auf Fragen erhalten wie Welche Sprachen sind am besten geeignet, Kindern im Alter von 8-9 Jahren das Programmieren beizubringen? oder Ist die Globalisierung der Grund dafür, dass es in den Innenstädten viele leerstehende Ladenlokale gibt? oder auch Wie kann ich erstklassige Pizza zu Hause machen?



Autor: Verena Gründel

ist seit 2017 bei W&V, zuerst als Redakteurin im Marketingressort, jetzt als Mitglied der Chefredaktion. Sie schreibt am liebsten über Food-, Fitness-, Kosmetik- und Digitalthemen - und über spannende Marken- und Transformationsgeschichten. Wenn daneben noch Zeit bleibt, kocht und textet sie für ihren Foodblog und treibt viel Sport. Wenn sie länger frei hat, reist sie mit dem Auto durch die Welt, am liebsten durch Lateinamerika.