Gerichtsurteil bremst :
Raab kann Brainpool-Anteile vorerst nicht übertragen

Stefan Raab wird seine Brainpool-Anteile erst einmal nicht los. Das Kölner Landgericht erklärte allerdings die Abberufung von Jörg Grabosch und Andreas Scheuermann als Geschäftsführer für rechtens. 

Text: W&V Redaktion

Stefan Raab wollte mit seinem Brainpool-Anteil auch noch den Rest seiner "TV total"-Ära abstreifen - muss sich aber weiter gedulden.
Stefan Raab wollte mit seinem Brainpool-Anteil auch noch den Rest seiner "TV total"-Ära abstreifen - muss sich aber weiter gedulden.

Das Landgericht Köln hat den Verkauf der Anteile von Stefan Raab an der Produktionsfirma Brainpool vorerst unterbunden. Es bestätigte am Donnerstag eine entsprechende einstweilige Verfügung. Die Übertragung der Beteiligung an den französischen Fernsehproduzenten Banijay kann daher zunächst nicht vollzogen werden. In der Frage gibt es allerdings auch noch ein Hauptsacheverfahren (Aktenzeichen: 88 O 38/18).

Der frühere TV-Entertainer Raab hatte seine Beteiligung von 12,5 Prozent im März an Banijay verkauft. Brainpool-Gründer Jörg Grabosch erwirkte dagegen jedoch eine einstweilige Verfügung.

Seit Ende der 90er Jahre hatte Brainpool den heute 51-jährigen Raab, der Ende 2015 vom Bildschirm verschwand, mit vielen ProSieben-Sendungen den Weg zu großer Popularität geebnet. Mit Raabs Anteilen hätte Banijay die Mehrheit an Brainpool: 62,5 Prozent.

Was es sonst noch zu verhandeln gab

Brainpool-Gründer Grabosch hatte sich zudem gegen seine Abberufung als Geschäftsführer gewehrt. Die einstweilige Verfügung, nach der er in dem Job vorerst weiterbeschäftigt werden muss, hob das Gericht nach Angaben der Sprecherin nun allerdings auf. Brainpool muss Grabosch demnach nicht als Geschäftsführer behalten. Gleiches gelte für seinen Geschäftsführer-Kollegen Andreas Scheuermann.

Umgehend teilte Banijay mit, Peter Langenberg, COO der Banijay Group, werde die Brainpool-Gruppe von nun an als alleiniger Geschäftsführer führen - "interimistisch und gemeinsam mit dem Managementteam bis zur Ernennung eines neuen Geschäftsführers" .

Gegen die Entscheidung, dass Raab seine Brainpool-Anteile vorerst nicht übertragen kann, will der Käufer Banijay in Berufung gehen. Somit werde dann über das Verfügungsverfahren in zweiter Instanz vom Oberlandesgericht Köln im Herbst endgültig geurteilt, heißt es.

dpa/ps


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