Ebiquity zum Bruttowerbeumsatz :
RTL verdient immer mehr am Dschungelcamp

RTL und Vermarkter IP Deutschland haben mit TV-Werbung rund um ”Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ mehr als 36 Millionen Euro brutto umgesetzt - ein Rekord!

Text: Petra Schwegler

02. Feb. 2016 - 2 Kommentare

Es wird immer mehr Werbegeld in die RTL-Show ”Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ investiert. Die Jubiläumsstaffel ist an diesem Sonntag mit der Krönung von Menderes Bagci zum Dschungelkönig vor mehr als neun Millionen Zuschauern zu Ende gegangen – ein großer Erfolg für den Sender. Aber auch die Kassen klingeln: Das Media- und Marketingberatungsunternehmen Ebiquity hat exklusiv für W&V Online errechnet, dass der Kölner Sender und sein Vermarkter IP Deutschland mit TV-Reklame rund um #IBES mehr als 36,1 Millionen Euro brutto umgesetzt haben. Für Dietmar Kruse, CEO Continental Europe bei Ebiquity, hat sich das Dschungelcamp aus Media-Sicht "beim Heimatsender RTL zu einem etablierten Format entwickelt".

Die Bilanz bei den Brutto-Werbeausgaben fasst Kruse so zusammen:

"Das Dschungelcamp 2016 knüpft bei den Werbeeinnahmen an die erfolgreiche Vorjahresstaffel an und erwirtschaftet sogar einen leichten Zuwachs bei etwas geringerer Werbedauer. Die Sendung profitiert unter anderem vom intensiven Werbedruck der Onlinereiseportale, die sich hervorragend in dem Sendungsumfeld platzieren können."

Kruse spielt damit unter anderem auf die Hotelsuchmaschine Trivago, das Preis-Vergleichsportal Check24 oder auch die Reiseseite Ab-in-den-Urlaub.de an. Sie nehmen im Ebiquity-Ranking der Top-Spender rund um #IBES die Plätze eins, zwei und vier ein und bestätigen den Trend des Jahres 2015: TV-Werbung wächst weiter und profitiert von Online. Die Dschungelshow ist ein gutes Beispiel dafür, verdient RTL doch immer mehr am Format:

Mehr als zwei Millionen Euro brutto an Werbebudget hat allein Trivago rund um Zickenkrieg und Insektenmahl in TV-Werbung investiert. Der Werbekönig im Dschungel 2016 hat damit Check24 vom Thron gestürzt. Das Portal gab im Vorjahr mit knapp 1,7 Millionen Euro am meisten an klassischer Werbung im IBES-Umfeld aus und legte dieses Jahr mit knapp 1,8 Millionen Euro an Bruttospendings noch eins drauf.

Interessant: Die treuen und wiederkehrenden Werbepartner der Dschungelshow geben immer mehr aus. Auch Vodafone (auf Platz drei im Ranking) gehört jetzt zu den Spendern mit mehr als einer Million Euro – ein siebenstelliges Volumen, das überhaupt erst seit dem Vorjahr von den Vermarktern von IBES eingesammelt werden kann. Für ”Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ bucht auch die Fast-Food-Marke McDonald’s immer mehr Mediavolumen ein: Dieses Jahr sind es laut Ebiquity-Bruttozahlen bereits 916.000 Euro gewesen, ein Jahr zuvor noch 100.000 Euro weniger – nach der Premiere im Jahr 2014 mit knapp 700.000 Euro.

Laut Ebiquity-Manager Dietmar Kruse "bestätigen viele Werbepartner durch kontinuierliche staffelübergreifende Buchungen die mediastrategische Relevanz vom Dschungelcamp", heißt es. Er geht davon aus, dass RTL "angesichts der positiven Werbebudgetentwicklung innerhalb der letzten Staffeln“ sicherlich auch zukünftig mit dem Dschungelcamp "ein spannendes und aufmerksamkeitsstarkes Format für Werbungtreibende" im Programm haben wird. In der Tat: Pläne für weitere Staffeln hat der Sender bereits am Montag kundgetan.

Übrigens: Auch die anderen Werbeumfelder werden immer interessanter. So erreichte die Dschungelshow mit 20,3 Millionen Videoabrufen über die Plattformen der Mediengruppe erneut sehr starke Werte. 49 Prozent der Abrufe erreichte dabei das Video-on-Demand-Angebot RTLNow.de. Und: Insgesamt erreichte "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" 2,3 Millionen Interaktionen in Form von Kommentaren, Likes, Shares und Tweets im Social Web - der zweitbeste Wert nach der Rekordstaffel 2014. Für die meisten Facebook-Interaktionen und Kontakte sorgte der Sieger-Post "Hoch lebe der König!" beim Finale der Show.

Bei Twitter spielte jedoch die TV-Anwältin Helena Fürst die größte Rolle: Die 41-Jährige wurde bei dem Kurznachrichtendienst in insgesamt etwas mehr als 47.000 Tweets erwähnt und platzierte sich damit von allen zwölf Kandidaten auf Platz eins. Das ergab eine Auswertung der Mediaagentur Mediacom. Im ”Social TV Buzz“ lag Fürst damit knapp vor Ex-Fußballer Thorsten Legat (gut 45.000 Tweets) und deutlich vor dem Sieger Bagci (31.000). Insgesamt begleiteten 499.000 Twitter-Kommentare die zehnte Staffel des alljährlichen, zwei Wochen langen RTL-Spektakels im australischen Dschungel.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



2 Kommentare

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Anonymous User 3. Februar 2016

Ein seltenes Ereignis: Im zersplitterten und heruntergewirtschafteten Werbe-TV-Markt gibt es tatsächlich noch ein Lagerfeuer (chen).

Interessant fände ich noch, wie viel Nüsschen parallel durchs telefonische(smsige?) Wählen generiert wurden? Ist das bekannt?

Anonymous User 3. Februar 2016

"Fast jeder schaut es, fast jeder redet davon, fast alle berichten darüber."
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Sorry, das ist Quatsch. Sie kennen offenbar nur recht schlichte Leute. Resp. das ist Ihr Zielpublikum für den Text (?)

Ich kenne niemand der das - oder sowas - schaut oder darüber redet, oder den dieser Quatsch in irgendeiner Weise interessiert. Ich selbst kuck' diesen Sender schon seit Jahrzehnten nicht und TV seit "Ukraine" generell gar nicht mehr. Ich bin nicht der einzige.

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