"Free Wheel Video Monetization Report" :
Schneiden Sie Werbung auf die jeweiligen Bewegtbild-Kanäle zu?

Ob TV übers Fernsehgerät oder VoD via Smartphone - das spielt laut dem "Free Wheel Video Monetization Report" auch bei Werbung eine große Rolle.

Text: Petra Schwegler

Große Auswahl beim Nutzer: Werbungtreibende sollten ihre Spots auf den Kanal abstimmen.
Große Auswahl beim Nutzer: Werbungtreibende sollten ihre Spots auf den Kanal abstimmen.

Bewegtbild ist nicht gleich Bewegtbild und wird unterschiedlich konsumiert. Für Publisher beziehungsweise Sender inzwischen selbstverständlich, sollten Werbungtreibende dies stärker berücksichtigen. Der neueste "Free Wheel Video Monetization Report" macht klar: Einige Zuschauer haben unterschiedliche Empfindungen gegenüber Werbung als andere, "und mit diesem Wissen ist es möglich, Premium-Video-Kampagnen zu optimieren und ein größeres Engagement und somit eine bessere Monetarisierung zu realisieren".

Einige Details aus dem Report fürs zweite Quartal dieses Jahres, der hier zum Download bereit steht:

Free Wheel, Anbieter für Video-Ad-Management sowie Monetarisierungslösungen für TV und für Premium-Video-Publisher, hat für die Analyse drei Typen von Nutzern ausgemacht. "Samplers" sind diejenigen, die im Durchschnitt weniger als 50 Prozent einer bestimmten Folge betrachten. "Catch-Up-Viewer" besuchen eine bestimmte digitale Videoseite eines Premium-Video-Publishers ein bis zwei Mal pro Monat, sehen aber in der Regel die Folge vollständig. Dann gibt es noch und Digital-Enthusiasten, die mindestens mehr als drei Mal pro Monat Episoden abschließen. 

Pre-Roll-Anzeigen schneiden dabei im Bewegtbildumfeld gegenüber Mid-Rolls bei allen drei Zielgruppen besser ab – vor  allem bei den Samplers genannten und wählerischen Zuschauern. Und: Die Catch-Up-Anhänger generieren im Vergleich zu den Samplers 1,7 mal mehr Zugriffe auf die Werbefilme, während die Digital-Enthusiasten 7,3 Mal mehr Impressions als Samplers erzeugen - wie die Grafik verdeutlicht:

Auch geht die Verschiebung vom Desktop hin zu Mobile weiter: Mittlerweile werden bereits 66 Prozent der Werbeerlöse über Inhalte erzielt, die auf Tablets oder Smartphones angesehen werden. Und: Inhalte in Long-Form  - also Video-Formate mit mehr als 20 Minuten Länge - spielen eine große Rolle im Gesamtwachstum, da dieses Segment bezogen auf den Inhalt um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Bei Short-Form-Inhalten liegt das Wachstum bei 25 Prozent.

Live, aus dem Netz und längere Inhalte - das kommt beim Zuschauer an

Live-Content bietet darüber hinaus laut Free Wheel besonders für TV-Sender aus Europa eine Chance für Wachstum. Sport und Sportinhalte zeigen sich hier weiterhin gut in Form und treiben das Wachstum in der Industrie voran: "Das Segment kann ein beeindruckendes Wachstum bei den Ad Views vorlegen, ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum", heißt es.

Wenig überraschend: Geräte für Over-the-top content (OTT), also zur Übermittlung von Video- und Audioinhalten über Internetzugänge, verzeichnen ein Plus von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über diese Geräte werden laut Free Wheel heute bereits 23 Prozent aller Ad Views erzielt. 

Die Verbraucher erzielen über eine Authentifizierung für ein Programm, für einen Sender oder einem Streaming-Angebot ein weiteres "Komfortniveau", wie es heißt. Deshalb liegen die Satelliten-, Kabel- und IPTV-Betreiber mit derlei Zugängen im Trend. Dieses so genannte Authenticated Viewing setzt gemessen an den gesamten TV-Inhalten bereits einen Anteil von 68 Prozent um.   

Das unterschiedliche Abschneiden der Werbebotschaften liegt unter anderem daran, dass TV-Sender, Multichannel Video Programming Distributors wie Satelliten-, Kabel- und IPTV-Betreiber (MVPDs) sowie Digital-Pure-Players (DDP) ihre Benutzeroberflächen, die Qualität der Inhalte und das Streaming ihrer Angebote jeweils unterschiedlich verbessern. "Sie identifizieren darüber hinaus das am besten geeignete Anzeigenformat, um eine besondere hochwertige Erfahrung für den Betrachter als auch für den Werbetreibenden zu gewährleisten", weiß Free Wheel.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.