Rückzug des Red-Bull-Kanals :
Servus TV macht in Deutschland Schluss

Der Salzburger Red-Bull-Sender Servus TV sendet ab 2017 nicht mehr in Deutschland und der Schweiz. 

Text: Lisa Priller-Gebhardt

Servus, Servus TV!
Servus, Servus TV!

Bei Servus TV, Salzburger Free-TV-Sender des Red Bull Media House, gehen Ende des Jahres in Deutschland und der Schweiz die Lichter aus. Das berichtet W&V in seiner aktuellen Ausgabe (EVT: 01.08.).

Das Unternehmen bestätigt den Rückzug: "Servus TV fokussiert sich auf seinen Heimatmarkt und seine österreichische Programmidentität. Als Konsequenz wird die Sendelizenz in Deutschland und der Schweiz zurückgelegt und der Sendebetrieb in diesen Ländern per Jahresende eingestellt", heißt es auf Anfrage. Zu den Konsequenzen sowie den Gründen äußert sich das Unternehmen nicht. Primär von dem Aus betroffen sein dürften Mitarbeiter des Deutschland-Büros in München.

Erst im Mai hatte Red Bull verkündet, der Sender Servus TV würde komplett dichtgemacht. Konzerneigner Dietrich Mateschitz hatte sich maßlos über den Plan der Mitarbeiter geärgert, einen Betriebsrat gründen zu wollen. Nachdem das Gros der Angestellten umgehend erklärte, man habe nie einen solchen Plan gehabt, wurde das Aus zurückgezogen. 

Mit dieser öffentlichkeitswirksamen Aktion dürfte Mateschitz nicht nur das Vertrauen der Mitarbeiter, sondern auch den Bonus bei so manchem Werbekunden verspielt haben. Als ernst zu nehmendes Vermarktungsangebot war der Kanal, der hierzulande 0,25 Prozent Marktanteil erreichte, offenbar nur noch schwer vermittelbar. 

Auch bei dem internationalen TV-Vorhaben, Red Bull TV, gibt es keine erkennbar positive Entwicklung. Wie dort der aktuelle Stand ist, lesen Sie in der aktuellen W&V. Abo?


Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.