Katastrophen-Journalismus :
So berichten deutsche Medien über den Nizza-Anschlag

Katastrophen-Journalismus und Ethik-Debatte: Am Donnerstagabend tötet ein Lastwagenfahrer in Nizza über 80 Menschen - unter den Zeugen der Terror-Attacke: der Blogger Richard Gutjahr und eine "Bild"-Reporterin. So berichten deutsche Medien über den Anschlag. 

Text: Sebastian Blum

Terror in Nizza: Die Berichterstattung deutscher Medien wie "Bild" sorgt wieder für Kritik im Netz.
Terror in Nizza: Die Berichterstattung deutscher Medien wie "Bild" sorgt wieder für Kritik im Netz.

Die Katastrophe zum französischen Nationalfeiertag bestimmt die Nachrichten: Am Donnerstagabend fuhr ein Lastwagen Nizza in eine Menschenmenge und tötete so bisher 84 Menschen. Der Fahrer soll sich Feuergefechte mit der Polizei geliefert haben, im Fahrerhaus fanden die Beamten zudem Granaten.

Unter den Augenzeugen der Terror-Attacke sind auch deutsche Journalisten, der ARD-Moderator und Blogger Richard Gutjahr sowie "Bild"-Reporterin Anna Kessler. Die Berichterstattung deutscher Medien zum Unglück provoziert jedoch auch - wieder einmal - Kritik in den sozialen Netzwerken.

Richard Gutjahr befindet sich auf dem Balkon seines Hotels und sieht, wie der LKW in die Menge rast. Er macht Fotos, filmt und schickt die Aufnahmen an den WDR. Dort werden die Aufnahmen geschnitten und veröffentlicht, etwa in der BR-Mediathek. Gutjahr berichtet zudem auf Twitter und gibt Spiegel Online ein Interview. 

Bilder toter Menschen sind nicht in Gutjahrs geschnittener Fassung zu sehen, anders dagegen bei "Bild": Die Reporterin Anna Kessler schildert das Erlebte in einem Video und einem Artikel - in letzerem findet sich auch ein Foto der Toten, die Bildunterschrift: "ein Berg von Leichen". Dazu auch ein Live-Blog von "Bild": In ihm findet sich die Handy-Aufnahme aus der Menge, die zum Zeitpunkt des Anschlags entstanden ist. Der Springer-Sender N24 kündigt an, man werde heute bis 18 Uhr durchgehend über Nizza berichten. Und auch Phoenix hat sein Programm geändert. 

Diverse andere Medien haben ihre Berichterstattung auf Nizza eingestellt: "FAZ", "SZ" oder "Spiegel Online" informieren ebenfalls im Live-Blog. Die "FAZ" veröffentlicht den Augenzeugenbericht des Journalisten Damien Allemand, den der Franzose im Original auf Medium.com veröffentlicht hat.

Die Berichterstattung deutscher Medien ruft in den sozialen Medien allerdings auch Kritik hervor. Es geht unter anderem auch um die Frage, was Journalisten zeigen dürfen und was nicht. Hier einige Reaktionen aus den sozialen Netzwerken.

  

  

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