Also hasten einige Zuschauer mit doppeltem Tempo durch das Angebot. Der Genuss, ein TV-Kunstwerk in Ruhe zu gucken und die von Regisseur und Drehbuchautor vorgesehenen Pausen, Längen oder Zeitlupen voll auszukosten, mag beim "Speed Watching" flöten gehen. Dafür werde das Leben aber "effizienter", schrieb die "Washington Post" vergangenen Sommer: Vier Folgen "Unbreakable Kimmy Schmidt" passten jetzt in nur eine Stunde. "Es gibt mehr zu gucken als jemals zuvor."

Damit könnte ein Fahrplan für einen ausgedehnten Serientag so aussehen: Die neue Staffel von "Game of Thrones" kombiniert mit Staffel zwei von "Stranger Things". Außerdem natürlich "Fear the Walking Dead" und vielleicht auch "You Are Wanted". "Star Trek: Discovery" und die fünfte Staffel von "Prison Break". Und am Ende ist immer noch Luft für ein paar Runden "BoJack Horseman", "Big Bang Theory" oder zwei, drei "Simpsons"-Klassiker.

An Serien-Nachschub mangelt es nicht

Stoff genug ist da: Wochen voller Serien-Stoff spülen die Produzenten von Kabelsendern wie HBO, CBS und Fox sowie Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon und Hulu auf den Markt. 455 Drehbuch-Serien erschienen einer Studie des Senders FX zufolge im Jahr 2016 allein in den USA - im Jahr 2010 gab es nicht einmal halb so viele.

Der Moment des "Peak TV", an dem ein dann übersättigter Serien-Markt schwächelt und die Zahl der Produktionen wieder sinkt, ist noch immer nicht erreicht. Ab zum "Speed Watching"!

W&V Online/dpa


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