Conan O'Brien dreht Special :
So will ein TV-Moderator die Beziehung der USA zu Mexiko kitten

Satiriker Conan O'Brien dreht in Mexiko ein Special seiner TV.-Show. Und schäkert damit, dass ihn die Trump-Regierung nicht mehr zurückreisen lässt. 

Text: Petra Schwegler

Satiriker Conan O'Brien schäkert damit, dass ihn die Trump-Regierung nach seinem Mexiko-Dreh nicht mehr zurückreisen lässt.
Satiriker Conan O'Brien schäkert damit, dass ihn die Trump-Regierung nach seinem Mexiko-Dreh nicht mehr zurückreisen lässt.

Conan O'Brien tritt als Vermittler auf. Der 53-jährige US-Moderator und Satiriker will die Beziehungen der USA zu Mexiko mit einem Auslandsdreh kitten. Wenn das schief gehen sollte, könnte er sich aber auch vorstellen, danach einfach im Nachbarland zu bleiben.

O'Brien dreht in Mexiko ein Special seiner Fernsehshow beim Time-Warner-Kabelsender TBS. In "Conan Without Borders Made in Mexico" sollen unter anderen der Schauspieler Diego Luna und der mexikanische Ex-Präsident Vicente Fox auftreten.

"Ich weiß, dass es Probleme zwischen den USA und Mexiko gibt. Aber macht euch keine Sorgen. Ich bringe das alles wieder in Ordnung", sagte O'Brien bei seiner Ankunft am Flughafen von Mexiko-Stadt in der Nacht auf Donnerstag. "Meine Reise könnte bestimmte Leute in unserer Regierung verärgern. Es könnte sein, dass sie mich nicht mehr zurücklassen. Hat jemand einen Platz für mich, wo ich die nächsten vier Jahre schlafen kann?"

In der Zwischenzeit informiert der Satiriker seine Landsleute via Twitter über sein Vorankommen in Mexiko.

Seit der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump sind die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko äußerst angespannt. Trump hatte Mexikaner als Vergewaltiger und Drogenhändler diffamiert. Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) will er neu verhandeln oder aufkündigen. Millionen Einwanderer ohne gültige Aufenthaltserlaubnis sollen abgeschoben werden. Zudem kündigte Trump den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko an, um illegale Einwanderung und Drogenschmuggel zu stoppen.

Auch John Oliver, Moderator der US-Late-Night-Show "Last Week Tonight", hat Schwierigkeiten mit seinem Präsidenten Donald Trump - beziehungsweise mit dessen Umgang mit Fakten und seinen Quellen. Er wählt einen anderen Ansatz: Nachdem Oliver Hinweise darauf hatte, welche Sender Trump wann anschaut, buchte er selbst produzierte Spots ein, die dem US-Präsidenten möglicherweise hilfreiche Fakten liefern.

Erneut rügt Trump die Medien

Unterdessen geht Trumps Kampf gegen die Medien in eine neue Runde – im Rahmen seiner viel  und durchweg positiven 4-Wochen-Bilanz. Der Präsident beklagte einen gehässigen Ton der Medien und nannte Journalisten "sehr unehrliche Menschen". Den Republikaner-nahen CNN-Konkurrenten Fox News lobte Trump.

Allerdings zeigte sich ausgerechnet dessen Nachrichtensprecher Shepard Smith erbost über die Medienschelte. Es sei "absolut verrückt", was von Trump Tag für Tag zu sehen sei, sagte er am Donnerstag in seiner Fox-News-Sendung. "Ihre Opposition wird gehackt und die Russen sind dafür verantwortlich, und Ihre Leute haben am selben Tag, als das passiert, mit Russland telefoniert, und wir sind Deppen, weil wir Fragen stellen?", sagte Smith in die Kamera. "Nein, Sir, wir sind keine Deppen, weil wir diese Fragen stellen."

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.