Gefragt danach, wie sie von neuen Produkten erfahren, waren bei den Studienteilnehmern insbesondere Websites (68%) und Mundpropaganda (66%) die Haupttreiber. Sehr unterschiedlich schnitten die Medien als Werbeträger ab: Das beste Ergebnis gab es für die Printmedien mit 59 Prozent Relevanz bei Infos über neue Produkte. Dann folgt mit 55 Prozent TV-Werbung. Radio (22%) sowie soziale Netzwerke (23%) scheinen hier relativ schwache Motoren zu sein.

Nachfolgend hat W&V Online eine Auswahl der Umfrageergebnisse zusammengestellt und Ralf Schengber als Studienverantwortlichen um jeweils eine Einordnung gebeten.

1. Wie wichtig sind Ihnen Produktbewertungen?

Umfrageergebnisse:
sehr wichtig 19,4%
wichtig 37%
eher wichtig 25%
eher unwichtig 14,4%
unwichtig 3,2%
irrelevant 1%

"Die Bedeutung von Produktbewertungen ist ausgesprochen hoch- 81,4 Prozent sagen, dass diese ihnen zumindest eher wichtig sind."

2. Wie wichtig sind Ihnen folgende Punkte bei der Nutzung von Social Media?

Umfrageergebnisse:
Service 32%
Kaufentscheidung 35%
Produktinformation 44%
Bewertungen 44%
Preisvergleich 30%
Zeitvertreib 35%
Kontaktpflege 60%

"Die Wichtigkeit von Produktinformationen und Bewertungen folgt direkt auf die Kontaktpflege."

3. Wie häufig nutzen Sie Social Media?

Umfrageergebnisse:
nach dem Kauf 25%
während dem Kauf 38%
vor dem Kauf 38%

"Die drei Phasen des Kaufprozesses laufen im Internet stets ab. Über 35% nutzen zumindest eher häufig Social Media vor dem Kauf und während des Kaufs. 25% zumindest eher häufig nach Kaufentscheidungen. Lediglich ca. 30% nutzen Social Media nicht im Laufe des Kaufprozesses."

4. Wie wichtig sind Ihnen folgende Punkte für Ihre Kaufentscheidung?

Umfrageergebnisse:
Werbung (Print, Plakat) 35%
Fachzeitschriften 72%
TV/Radio 35%
Produktvideos (Youtube) 25%
Erfahrungsberichte 85%
Produktbewertungen 84%
Soziale Netzwerke 25%
Foren 48%
Suchmaschinen 68%
Onlinewerbung 25%
Freunde/Familie 85%

"Die Kaufentscheidung wird vor allem beeinflusst durch Freunde und Bekannte sowie durch Erfahrungsberichte und Produktbewertungen. Dies verdeutlicht die Bedeutung von User Generated Content (UGC)."

5. Wie oft hat eine gute Online-Bewertung Sie bereits zu einem Kauf animiert?

Umfrageergebnisse:
sehr häufig 4,8%
häufig 23,2%
eher haufig 27,5%
eher selten 24,3%
selten 11,2%
nie 9,1%

"Die Mehrheit (55.5%) lässt sich von guten Bewertungen zumindest eher häufig zum Kauf animieren. Dies zeigt die direkte Umsatzbedeutung guter Bewertungen."

6. Wie oft hat eine schlechte Online-Bewertung Sie bereits von einem Kauf abgehalten?

Umfrageergebnisse:
sehr häufig 9,2%
häufig 24,1%
eher haufig 30,1%
eher selten 18,2%
selten 8,9%
nie 9,5%

"Lediglich 9,5% zeigen sich unbeeindruckt von schlechten Bewertungen. Der Großteil (63,4%) lässt sich zumindest eher häufig durch schlechte Bewertungen vom Kauf abhalten. Schlechte Bewertungen sind somit ein bedeutendes Kaufhemmnis."

7. Welche Netzwerke/Instrumente nutzen Sie zur Bewertung/Beurteilung?

Umfrageergebnisse:
Facebook 16%
Twitter 5%
Blogs 11%
Foren 36%
Testberichte 53%
Rezension 47%
Anwendungsvideos 8%
Stern-/Skalenbewertung 65%

"Die Stern-/Skalenbewertung wird auch aufgrund der Einfachheit am häufigsten genutzt. Etwa die Hälfte der Befragten nutzen Rezensionen und Testberichte. Mehr als ein Drittel nutzen Foren zur Beurteilung."

8. Wie beurteilen Sie die Relevanz von Social Media für die Kaufentscheidung?

Umfrageergebnisse:
Relevanz Heute: 38% wichtig
Relevanz Zukunft: 50% wichtig

"Die Bedeutung von Social Media für die Kaufentscheidung wird zukünftig weiter zunehmen."

Lesen Sie zu der Social Media-Studie zum Einkaufsverhalten auch den Beitrag in der aktuellen W&V Print (22/2011, S. 56).


Autor:

Christiane Treckmann, Redaktionsleiterin LEAD digital
Christiane Treckmann

Sie ist quasi das Doppelherz der Redaktion: Als Redaktionsleiterin einmal des Fachmagazins LEAD digital, zum anderen des Bereichs W&V Plus mit seinen Specials und Sonderprodukten knechtet sie ihr Team auf der Suche nach brandheißen Themen. Ihr Lieblingswort dabei: Nutzwert! Zum Verlag kam Christiane 2001, damals wahrscheinlich noch mit Klapphandy. Seitdem verfolgt sie vor allem, wie Medien die Gesellschaft verändern. Ihr privates digitales Ziel gerade: auf Instagram so fame werden wie ihr Hund. Analog liebt sie Streitereien, um sich hie und da als Mediatorin zu versuchen.