Strategie präsentiert :
Springer setzt aufs digitale US-Geschäft

Viele Investments in Online und Mobile, und das vor allem in Übersee - so sieht sich der Medienkonzern Springer in Zukunft.

Text: Deutsche Presse-Agentur

Axel Springer sieht in den USA großes Potenzial für den Ausbau seiner Digitalstrategie. Ein "Leuchtturm" sei bereits das konzerneigene US-Wirtschafts- und Finanzportal Business Insider, das sich mit einem zukunftsweisenden Geschäftsmodell zu einem digitalen "Wall Street Journal" von morgen entwickeln werde, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch in Berlin. Business Insider erreiche heute bereits mehr als 100 Millionen Nutzer weltweit.

Neben dem im vergangenen Herbst erworbenen Finanznachrichtendienst setzt Springer in diesem Jahr vor allem auf das Wachstum der Content-Plattform Upday zusammen mit Samsung und der mobilen Einkaufsplattform Retale. Die Investitionen belasteten das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) allerdings um 45 Millionen Euro und bremsten das Wachstumstempo im Gesamtjahr, sagte Döpfner. 2015 hatte der Konzern bei einem Umsatz von 3,29 Milliarden Euro einen Nettoüberschuss von 304,6 Millionen Euro erwirtschaftet.

Springer sei schon ein digitales Unternehmen, betonte Döpfner. Wachstumstreiber seien die so genannten Rubrikenangebote im Internet wie allen voran die Online-Stellenbörse Stepstone und das französische Immobilienportal Seloger.com. Großes Potenzial haben laut Döpfner auch die Bezahl-Abos im digitalen Journalismus: "Bild" und "Welt" zählten Ende vergangenen Jahres zusammen 384.000 zahlende Abonnenten.

Um das digitale Wachstum zu beschleunigen, hatte Springer die gesellschaftsrechtliche Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) erwogen. Als solche hätte sich das Medienhaus an der Börse schneller zusätzliches Kapital beschaffen können, ohne dass Hauptaktionärin Friede Springer an Einfluss verloren hätte. Das Vorhaben war im Februar verworfen worden. Als Grund nannte Döpfner am Mittwoch erneut Bedenken von Finanzinvestoren und freien Aktionären.

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