Keine andere Consumer-Technik konnte sich bislang innerhalb von drei Jahren so rasant durchsetzen wie Smartphones und Tablets. Zwei Drittel der Deutschen besitzen inzwischen ein Smartphone, die Ausstattung mit Tablets hat sich seit 2012 verfünffacht. Dies spiegelt den Wunsch der Nutzer wider, Medien überall konsumieren zu können. Allerdings werden bei der alternativen Fernsehnutzung größere Bildschirme wie bei einem Laptop (48 Prozent) oder PC (27 Prozent) bevorzugt. 

Vor allem für junge Zielgruppen ist der Umgang mit einer Vielzahl von Entertainment-Geräten inzwischen integraler Bestandteil ihres Alltags. Im Schnitt nutzen junge Menschen mehr als drei Bildschirmgeräte – allen voran das Smartphone. Auffallend ist aber auch, dass mit dem Übergang in die Berufstätigkeit – einhergehend mit steigendem Einkommen und einem veränderten Tagesablauf – bei jungen Menschen sowohl die Nutzung von TV-Geräten wie auch deren Verfügbarkeit in den Haushalten deutlich zunimmt.

Als technischer Zugangsweg kommen für das mobile Fernsehen vor allem Livestreaming per Internet (62%) und Aufzeichnungen (33%) zum Einsatz. Die tägliche Nutzungsdauer von Onlinevideos beträgt lediglich elf Minuten, bei den 14- bis 49-Jährigen sind es 20 Minuten. Damit macht das nur zwei bzw. vier Prozent an der täglichen Bewegtbildnutzung aus. Affiner zeigen sich die 14- bis 29-Jährigen, die sich durchschnittlich 40 Minuten täglich mit Onlinevideos beschäftigen, wobei kostenlose Angebote klar dominieren. Der Anteil der Pay-Angebote über Video-on-Demand (VoD) beträgt mit zwei Minuten gerade einmal ein Fünftel der gesamten Online-Video-Nutzung.

Mit der zunehmenden Vielfalt unseres Medienalltags hat sich auch die Second-Screen-Nutzung fest etabliert. Zwar sind Telefonieren und Haushaltstätigkeiten noch immer die häufigsten Nebenbeschäftigungen, dennoch surft bereits jeder Dritte häufig beim Fernsehen – über zwei Drittel mit dem Smartphone und Laptop, gefolgt von den Tablets (37%). Wenn die Zuschauer zum Second Screen greifen, dann ist die beliebteste Online-Nebenbeschäftigung die Kommunikation: E-Mails lesen und schreiben, Messenger-Nachrichten überfliegen oder mit Freunden chatten und sich über das austauschen, was sich gerade auf dem Bildschirm abspielt.

Steigender Beliebtheit erfreut sich das Online-Shopping, wodurch sich die Impulswirkung von TV noch verstärkt: Die Ergebnisse des "Media Acivity Guide 2015" zeigen, dass 43 Prozent, also fast die Hälfte aller Deutschen, aufgrund von TV schon einmal direkt im Internet eingekauft haben – das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Mehr als jeder Vierte kauft sogar häufig direkt nach dem TV-Kontakt online ein. Und rund die Hälfte aller Deutschen lässt sich über TV zu Produktrecherchen und -vergleichen anregen.
 
Der "Media Activity Guide" ist die Weiterentwicklung der Studienreihe "Mediennutzung", die vom Münchener ProSiebenSat.1-Vermarkter Sevenone Media seit 1999 jährlich durchgeführt wurde. Um die moderne Medienrealität mit einer Vielfalt neuer Kanäle, Geräte und Content korrekt zu erfassen, wurde die Studie bereits im vergangenen Jahr methodisch angepasst. So erfolgt beispielsweise eine klare Differenzierung nach Kanälen, Geräten und Content.

#Zudem werden die konkreten Aktivitäten mit Medien am "gestrigen Tag" abgefragt, weil die Erinnerung der Probanden an die Mediennutzung vom Vortag deutlich besser ist. Es erfolgt eine klare Abgrenzung zwischen Massenkommunikation, die sich meist einkanalig an ein breites Publikum wendet, und Individualkommunikation als Interaktion zwischen einzelnen Personen. Der Befragungszeitraum ist seit der letztjährigen Ausgabe auf vier Wochen verlängert, um die Effekte durch Sonderereignisse zu minimieren.

Für den vorliegenden "Media Activity Guide 2015" wurden im Zeitraum März 2015 insgesamt 3.022 Personen ab 14 Jahren an allen Wochentagen telefonisch (CATI) von Forsa interviewt. Die komplette Studie gibt es online hier.



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Autor: W&V Redaktion

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