Posting mit nackter Haut :
"Titanic" scheitert mit nackter "Bild"-Kritik an Facebook-Sperre

"Titanic"-Chefredakteur Tim Wolff muss erkennen: Auf Facebook mit nackten "Bild"-Models gegen den Sexismus posten - das geht nicht. 

Text: Petra Schwegler

Der Facebook-Auftritt von "Titanic".
Der Facebook-Auftritt von "Titanic".

Tim Wolff, Chefredakteur der Satire-Zeitschrift "Titanic", wollte unter dem Hashtag #Frauenbilder freizügige "Bild"-Artikel auf Facebook posten und so gegen eine Aktion des Springer-Blatts protestieren. Wolff lag daran, so das "Frauenbild von Flüchtlingen" in der Boulevardzeitung einzuordnen.  Nur: Nackte Haut akzeptiert das Social Network – im Gegensatz zu Hass-Postings und Fake-News – nicht. So musste Wolff via Twitter verkünden, dass Facebook seine Collage gelöscht hatte.

Wolffs Kritik am Sexismus des Springer-Blatts scheiterte damit an der Facebook-Sperre. "Titanic" blieb nur übrig, am Donnerstag via Facebook mitzuteilen:

Ein Foto von Titanic-Chefredakteur Tim Wolff, das die "Bild"-Schlagzeile "Die große Debatte um das Frauenbild von Flüchtlingen!" in den Kontext des Frauenbildes des Boulevardblattes setzte, wurde gestern auf Twitter und Facebook tausendfach geteilt und diskutiert. Das mit dem Hashtag "#Frauenbilder" versehene Foto zeigt den "Bild"-Titel und mehrere "Bild"-Rückseiten der letzten Tage, auf denen Models, Paparazzifotos und die Belustigung über das vermeintliche Übergewicht der Sängerin Mariah Carey ("Wie stark muß diese Liebe sein") zu sehen sind.

Aufgrund eines abfotografierten Nacktmodels hat Facebook nun den Titanic-Chefredakteur gesperrt, da dies den sog. Gemeinschaftsstandards widerspräche. Ein Vorgang, den er in einem weiteren Post geahnt hatte: "Wenn Facebook den Post jetzt noch löscht, weil darin eine nackte Frauenbrust zu sehen ist, dann ist die Idiotie des Sexismus komplett abgebildet."

Noch ist das Foto aber auf der Facebookseite Wolffs zu sehen. Die sehr gute und vorbildliche Social-Media-Plattform Twitter läßt Wolffs Account bisher unangetastet und soll hiermit allen Lesern uneingeschränkt empfohlen werden. "Welch irrsinnige ideologische Schlachten über den Frauenkörper geführt werden, war mir bekannt", so Wolff. "Wie einfach das vorzuführen ist, jedoch nicht. Ich möchte mich bei allen Beteiligten bedanken. So leicht hat man es als Satiriker selten."

Ergo twittert Wolff nun. 

Wie zuvor schon das Motiv an sich: 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.