Falsche "Time"-Cover im eigenen Club :
Trump protzt mit "Fake News"

Da teilt US-Präsident Donald Trump mit dem üblichen Vorwurf der "Fake News" gegen Medien aus. Nun wird ihm nachgewiesen, dass er selbst ein Fake-Cover verbreitet hat. 

Text: Petra Schwegler

Mit einem Spot prangerte Donald Trump kürzlich "Fake News" an - und lichtete dazu renommierte US-Reporter ab.
Mit einem Spot prangerte Donald Trump kürzlich "Fake News" an - und lichtete dazu renommierte US-Reporter ab.

Der Mann, der am lautesten gegen die Fake News der Welt wettert und sogar mit Werbung diese Überzeugung verbreitet, ist selbst Opfer eines Reinfalls geworden. In mindestens 5 seiner 17 Golfclubs von Florida bis Schottland hat Donald Trump ein älteres Cover des "Time Magazine" aufgehängt. Es zeigt den jetzigen US-Präsidenten selbst - unter Bezug auf Trumps damalige TV-Show - mit der Headline "Donald Trump: The ‘Apprentice’ is a television smash!"

Doch: Eine solche "Time"-Ausgabe, mit der Trump protzt, hat es nie gegeben. "Ich kann bestätigen, dass dieses kein echter Time-Titel ist", bestätigte eine Sprecherin den Bericht der "Washington Post", die darüber berichtete. Der Titel bildete auch das "echte"Cover von Anfang März 2009 ab, das Schauspielerin Kate Winslet zeigt. Die Trump Organization und das Weiße Haus wollten den Bericht nicht kommentieren.

Nach Angaben des "Time Magazine" sind einige der "Trophäen" aber bereits wieder abgenommen worden. Ein Sprecher des Verlags Time Inc. bestätigte der dpa, die Trump Organization sei darum gebeten worden, alle gefälschten Titel zu entfernen. 

Der Spott hält indes an - Futter für die von Donald Trump so oft kritisierte Presse: "Oh mein Gott!", kommentierte ein Reporter der "Washington Post" in gespielter Aufregung und in Großbuchstaben auf Twitter: "Die Fake News kommen direkt aus Trumps Golfclub."

Donald Trump wird nicht müde, große Medien wie CNN, ABC, MSNBC, der "Washington Post" oder der "New York Times" mit dem Vorwurf von "Fake News" in Misskredit zu bringen. Er verbreitet seine Botschaften lieber direkt via Twitter. 

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.