Marktanteile der Sender :
TV-Juli auch ohne deutsche Elf im Zeichen der WM

Das ZDF setzte sich im Juli 2018 klar als reichweitenstärkster Sender durch. ARD muss mit Einbußen leben, die RTL- und P7S1-Familien legen moderat zu.

Text: Susanne Herrmann

WM-Team der ARD-Sportschau: Matthias Opdenhövel (l.) und Alexander Bommes (r.) live aus Baden-Baden mit ARD-Experte Thomas Hitzelsperger. Fußball war natürlich auch im Juli Quotenkönig.
WM-Team der ARD-Sportschau: Matthias Opdenhövel (l.) und Alexander Bommes (r.) live aus Baden-Baden mit ARD-Experte Thomas Hitzelsperger. Fußball war natürlich auch im Juli Quotenkönig.

Obwohl die Nationalmannschaft schon am 27. Juni ihr letztes Spiel hatte, wurde in Deutschland die Fußball-WM weiter gern geschaut. Trotz der teilweise ungünstigeren Sendezeiten (16 und 17 Uhr).

Meistgesehene Sendung im Juli war das Finale Frankreich - Kroatien am 15. Juli um 17 Uhr mit 21,32 Millionen Zuschauern im ZDF. (Zum Vergleich: Das Halbfinale der EM 2016 Deutschland - Frankreich sahen 29,85 Millionen (80 Prozent) der deutschen Fernsehzuschauer, so viel wie keine andere Sendung 2016.) Dahinter folgen die Halbfinalspiele, jeweils um 20 Uhr, Kroatien - England im ZDF mit 19,23 Millionen, Frankreich - Belgien im Ersten mit 18,25 Millionen Zuschauern.

Das führt am Monatsende dazu, dass der meistgeschaute Sender bei der Zielgruppe ab 3 jahren im Juli erneut das ZDF ist (mit 15,5 Prozent Marktanteil; Juni: 16,9 Prozent). Dahinter landet das Erste mit 11,6 Prozent - gegenüber dem WM-Auftaktmonat Juni ein Rückgang um 3 Prozentpunkte.

Dafür konnte sich die private Konkurrenz - ohne Jogis Elf und mit nur neun WM-Tagen mit wenigen Hauptabendterminen -  immerhin leicht verbessern: RTL kam im Juli auf einen Zuschaueranteil von 7,8 Prozent (Juni: 7,5 Prozent). Einer der Gründe: Das Formel-1-Rennen am 22. Juli in Hockenheim erreichte 6,12 Millionen Menschen und war damit das stärkste Programm ohne WM-Umfeld. Sat.1 legte ebenfalls um 0,3 auf 6,4 Prozent Marktanteil.

Rang fünf in der Zuschauergunst (Gesamtpublikum) geht im Juli erneut an Vox (4,6 Prozent), auf Platz sechs folgt ProSieben (4,3 Prozent) vor Kabel 1 (3,2 Prozent) und RTL II (2,8 Prozent).

Zuschauer 14 bis 49 zog es trotz WM zu RTL und ProSieben

Die noch immer bei vielen als "werberelevant" geltende Zielgruppe von 14 bis 49 Jahren war zwar ebenfalls vor allem zu WM-Spielen vor den Fernsehern zu finden. Über den Monat hinweg aber wurden sie den Öffentlich-Rechtlichen untreu und schalteten vermehrt die privaten Konkurrenten ein.

So löste RTL im Juli ARD und ZDF (Juni je 12,1 Prozent) als stärkste Sender der jungen Zielgruppe ab und erreichte 10,6 Prozent der Zuschauer 14 bis 49 (Juni: 9,7 Prozent). Dicht auf folgte als zweitbeliebtestes Programm der Werberelevanten ProSieben mit 9,6 Prozent (Juni: 8,4 Prozent). Das ZDF (9,4 Prozent) und die ARD (8,1 Prozent) mussten sich im Juli mit den Plätzen drei und vier zufriedengeben.

Der Vorsprung der ARD auf Sat.1 war aber im Juli schon denkbar knapp: 7,9 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen meldete Sat.1 im Juli (Juni: 6,9 Prozent). Die Plätze sechs bis acht gingen an Vox (6,4 Prozent), RTL II (5,0 Prozent) und Kabel 1 (4,7 Prozent).


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.