TV-Marktanteile Juli: ARD und ZDF versinken im Nach-EM-Loch

Auch Sat.1 zeigt im TV-Monat Juli Schwäche - während RTL II die beste Daytime seit Bestehen liefert: Nach der Fußball-EM im Juni sortiert sich der TV-Markt wieder und offenbart die Schwächen bei ARD, ZDF, RTL und Sat.1.

Text: Petra Schwegler

01. Aug. 2012

Nach der Fußball-EM im Juni ist bei den Fernsehmarktanteilen im Juli wieder alles wie gehabt: ARD und ZDF müssen um Zuschauer bangen, vor allem um Junge. Das Privatfernsehen kommt wieder nach vorne. Und RTL thront über allem - wenn auch mit weniger Abstand zu den anderen als früher.

Die Details: In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer liegt Marktführer RTL vorn und berappelt sich von 13,6 Prozent im Juni auf 15,1 Prozent. Aber: Damit liegen die Kölner trotzdem noch unter dem Durchschnittswert von 16,5 Prozent und – mit vielen schwachen Wiederholungen in der Primetime - zwei Prozentpunkte unter ihrem Vorjahresergebnis. Dahinter rangiert ProSieben mit einem starken Zuwachs von 9,9 auf 11,6 Prozent (O-Ton Sender: „Mit einem Plus von 1,7 Prozentpunkten strahlt ProSieben als größter Gewinner in der werberelevanten Zielgruppe im Juli.“). Nur leidlich besser steht Sat.1 da mit nun 9,1 Prozent werberelevantem Marktanteil nach 8,5 im Vormonat. Bitter: Im Vergleich zum Juli des Vorjahres liegt Sat.1 um einen vollen Prozentpunkt zurück. Da hat der neue Senderchef Nicolas Paalzow viel Arbeit vor sich...

Vox baut im Juli von 6,8 auf 7,9 Prozent Marktanteil aus und kommt den acht Prozent wieder sehr nahe. Bemerkenswert: Mit 6,9 Prozent holt RTL II den besten Monatswert seit Mai 2008. Überhaupt melden die Münchner die beste Daytime seit Senderbestehen – RTL II führt es auf die Umstellung auf eigenproduzierte Formate zurück. Stark zweistellig weiterhin: die Vorabendreihe „Berlin – Tag & Nacht“. Kabel eins hat sich nach dem EM-Schock im Juni erholt und meldet nun 5,9 Prozent. Das Rennen im Nachrichtemarkt entscheidet N24 mit 1,6 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen für sich. n-tv bringt es auf 1,2 Prozent. Dmax kommt auf 1,4 Prozent, Tele 5 auf 1,3 Prozent. Sixx knackt im Juli erstmals die Ein-Prozent-Marke.

Deutlich werden die Verhältnisse nach dem starken Fußball-EM-Monat der Öffentlich-rechtlichen beim Blick auf die Gesamtmarktanteile: Die ARD verschlechtert sich im Vergleich zum Vormonat, als die Fußball-Europameisterschaft in vollem Gange war, von 15,9 auf 11,4 Prozent Marktanteil, das ZDF von 15,5 auf 12,8 Prozent. Die Übertragung der Olympischen Spiele setzte zu spät ein, um an den Werten noch etwas zu ändern. Ein Highlight gibt es aber für den letzten Juli-Tag zu vermelden, den Dienstag: Der erste Goldmedaillentag für die deutsche Olympiamannschaft hat der ARD vernünftige Einschaltquoten beschert - um 20.15 Uhr schalteten 5,03 MillionenZuschauer (Marktanteil:18,4 Prozent) zunächst die Berichterstattung vom Volleyball ein. 6,81 MillionenZuschauer (23,1Prozent) waren ab 20.35 Uhr bei den Schwimmentscheidungen dabei.
Vorjahressieger RTL verbessert sich in der Zielgruppe der Zuschauer ab drei Jahren von 10,6 auf 11,5 Prozent, Sat.1 legt leicht von 8,9 auf 9,1 Prozent zu, ProSieben von 5,2 auf 6,0 Prozent, Vox von 5,3 auf 5,9 Prozent. Gut läuft es bei den Zuschauern ab drei Jahren für die kleineren Sender: Vox kommt mit 5,9 Prozent inzwischen ProSieben nahe, RTL II springt von 3,7 auf 4,3 Prozent, Kabel eins von 3,5 auf 3,9 Prozent. Super RTL legt von 1,9 auf 2,1 Prozent zu. Die Dritten Programme der ARD verbessern sich von 11,8 auf 13,0 Prozent.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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