Auch Digitalunternehmen zahlen nicht jeden Preis

Für den britischen Markt hat sich bereits in der vergangenen Woche das Telko- und Pay-TV-Unternehmen BT für 1,2 Milliarden Pfund (1,4 Mrd. Euro) erneut die Rechte gesichert – etwa zum gleichen Preis wie zuvor für vier Spielzeiten. Nach Experten-Meinung ist dies jedoch ein Abschluss gegen den allgemeinen Trend. Erwartet werden für die nächsten Jahre eher stagnierende oder sinkende Preise – speziell für die fünf großen Fußball-Märkte Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien.

Auch Streaming-Anbieter wie Amazon Prime Video oder Dazn sind offensichtlich nicht bereit, jede Preiserhöhung mitzugehen. So hatte Amazon beispielsweise nur ein kleines Paket an Premier-League-Spielen für den britischen Markt erworben. Und Dazn verzichtete im vergangen Jahr im Rechtepoker mit Sky auf die Premier-League-Rechte für den deutschsprachigen Raum.

"Experimente" außerhalb Europas

Uefa-Generalsekretär Theodoridis erklärte nun gegenüber der FT, dass der Verband in einigen Märkten außerhalb Europas mit seiner eigenen Streaming-Plattform "experimentieren" wolle – etwa dort, wo die gegenwärtigen Deals in einer Größenordnung von weniger als fünf bis zehn Millionen Euro pro Jahr liegen.

Mit einem solchen Schritt hin zu einem eigenen, kostenpflichtigen Streaming-Angebot würde die Uefa ähnlich gelagerten Beispielen in den USA folgen. Dort hat beispielsweise die Major League Baseball einen eigenen Streamingdienst auf Abo-Basis aufgebaut, dessen jährlicher Umsatz auf rund 620 Millionen Dollar geschätzt wird.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.