Print :
VDZ-Präsident Holthoff-Pförtner: "Wir machen das nicht aus Idealismus!"

Das Print-Lager hat es zwar mit Konkurrenten wie Facebook und Google schwerer als einst - Szenarien vom Untergang der Gattung hält Holthoff-Pförtner aber für "selbstkasteienden Irrsinn".

Text: Manuela Pauker

VDZ-Präsident Holthoff-Pförtner: "Facebook und Google müssen Verantwortung übernehmen."
VDZ-Präsident Holthoff-Pförtner: "Facebook und Google müssen Verantwortung übernehmen."

Facebook und Google müssen sich im Kampf gegen Fake News endlich zu ihrer Verantwortung bekennen, fordert Stephan Holthoff-Pförtner, der Ende 2016 als neuer Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) angetreten ist: "Die Betreiber dieser Plattformen sind keine Maschinen, sondern Menschen. Sie sind verantwortlich für das, was mit ihrer Maschine gemacht wird."

Zugleich sieht Holthoff-Pförtner im Gespräch mit W&V eine Chance für den Qualitätsjournalismus: "Werden nicht auch Werbungtreibende und Agenturen in Zeiten von Fake News und alternative News die Leistungen journalistischer Umfelder wieder wertschätzen lernen? Hier tut sich etwas."

Dass die Werbegelder dennoch zunehmend bei Facebook und anderen Plattformen landen, sieht Holthoff-Pförtner zwar als Herausforderung, hält Panik aber nicht für angebracht: "Lassen wir uns doch nicht einreden, dass wir in einer Dead Industry arbeiten. Das ist selbstkasteiender Irrsinn!" Bei Funke - wo Holthoff-Pförtner zu den Gesellschaftern zählt – sei in den letzten Jahren enorm viel in das Geschäft investiert worden. "Und seien Sie versichert", so der Verlagsmanager, "wir machen das nicht aus Idealismus, sondern aus knallharten materiellen Gründen."

Eine andere Baustelle, um die sich Holthoff-Pförtner derzeit kümmern muss, ist der teilweise Ausstieg der Verlage Gruner + Jahr, Zeit Verlag, Spiegel-Verlag und Medweth-Gruppe aus dem VDZ; sie wollen den Fachverband der Publikumszeitschriften Ende Juni verlassen, da sie mit den Umständen der Präsidentenkür nicht einverstanden sind. Die Gespräche mit den Aussteigern gehen weiter, so der VDZ-Präsident. Zugleich sei man aber offen für Reformen: "Natürlich schauen wir uns die Strukturen an und prüfen, ob wir neue Initiativen anschieben." Das geschehe aber nicht "revolutioniär", sondern, "wie beim VDZ immer, evolutionär."

Mehr dazu, wie Holthoff-Pförtner und der Verband das Print-Lager voranbringen wollen, gibt es in der aktuellen W&V 9/17.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde