Spanien :
Vodafone: Fußballrechte sind "ausgesprochen ineffizient"

Der spanische Pay-TV-Anbieter verzichtet auf Live-Übertragungen von Spielen der Champions League und der Europa League. Und setzt auf sein Film- und Serien-Angebot.

Text: Franz Scheele

Vodafone will in Spanien auf die Fußballrechte für die UEFA Champions League und Europa League verzichten - und künftig primär auf das Film- und Serien-Angebot setzen. Laut General Director Andrés Vicente ist das gegenwärtige Modell für die Kickerrechte für Vodafone "nicht mehr die beste Option", denn der Rechteerwerb für "defizitären Content" sei "ausgesprochen ineffizient".

Noch im vergangenen Jahr hatte Vodafone in Spanien 250 Millionen Euro für die Live-Übertragungsrechte der La-Liga- sowie der Champions-League-Spiele gezahlt.

Vodafone hat in Spanien 300.000 Abonnenten für sein Fußball-Pay-TV-Paket, was einem knappen Viertel der Gesamt-Abonnentenzahl entspricht.

Wer die Rechte kaufte

Erst im Juni hatte Vodafone-Konkurrent Telefónica für 360 Millionen Euro pro Saison die Spanien-Rechte an der Champions League sowie der Europa League erworben, mit der Option, einige der Spiele an andere Pay-TV-Anbieter weiterzureichen. Orange als dritter Player auf dem spanischen Markt hatte nach einigem Zögern ein Angebot von Telefónica akzeptiert und verlangt nun von seinen Abonnenten zehn Euro pro Monat für das Fußball-Paket der Saison 2018/19.

Vodafone hingegen lehnte das Angebot ab mit der Begründung, dass es seinen Abonnenten die Live-Übertragungen nicht zu einem "vernünftigen Preis" offerieren könne. Stattdessen will das Unternehmen den bestehenden Abonnenten des Fußball-Pakets in der kommenden Saison acht Spiele der obersten spanischen Fußballliga, die Spiele der zweiten Liga sowie die des spanischen Pokalwettbewerbs Copa del Rey für fünf Euro pro Monat anbieten.

Laut Vodafone habe die Marktforschung gezeigt, dass 53 Prozent der Nutzer Film-Pakete als entscheidend für die Wahl eines Pay-TV-Anbieters ansehen, 40 Prozent legen besonderen Wert auf internationale TV-Serien und nur 21 Prozent auf Fußball.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.