Kolumne im PR-Magazin :
Was Xing über Tichys Einblicke sagt

Content Marketing für die Karriereplattform Xing und politische Polarisierung auf der eigenen Website: Passt das zusammen? Roland Tichy spaltet die Mediennation. W&V hat darüber mit Xing-Kommunikationschef Marc-Sven Kopka gesprochen.

Text: Daniel Lange

26. Feb. 2016 - 3 Kommentare

Das Karriere-Netzwerk Xing zeigt sich von der öffentlichen Kritik an seinem journalistischen Anchorman Roland Tichy unbeeindruckt. Der Herausgeber der Xing News sei "ein renommierter Wirtschaftsjournalist", so Kommunikationschef Marc-Sven Kopka gegenüber W&V. Tichys eigene Politik-Plattform "Tichy Einblicke" habe nichts mit Xing zu tun und sei "seine private Angelegenheit".

Der frühere "Wirtschaftswoche"-Chefredakteur Tichy und seine Gastautoren, darunter Joachim Steinhöfel und Hugo Müller-Vogg, polarisieren auf der 2015 gegründeten "liberal-konservativen Meinungsseite" (Eigendarstellung) mit eurokritischen und nationalkonservativen Artikeln. Der "Spiegel" beschrieb die Tichy-Seite (die seit Januar 2016 bei der IVW gelistet wird und es im Januar auf 866.618 Visits brachte) als Plattform für "Salonhetzer", die mit "Verachtung und Hass" gegen Kanzlerin Angela Merkel agitieren.

Vergangene Woche hatte Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Deutschland-Chef der PR-Agentur Cohn & Wolfe, seine Zusammenarbeit mit dem Branchenblatt "PR-Magazin" aufgekündigt, in dem Tichy ebenfalls publiziert. "Ich kann und werde nicht auf einer Plattform schreiben, die Roland Tichy Raum als Kolumnisten gibt", schreibt Lünenbürger-Reidenbach auf seinem privaten Blog. Tichys Publikationen nennt er "radikale, mit Verschwörungstheorien gespickter Hetze" und "neurechtes Geraune". 

Auf Twitter erklärten mehrere Leser von Lünenbürger-Reidenbach, ihre Xing-Premium-Mitgleidschaft wegen Tichy gekündigt zu haben. 

Xing-Kommunikator Kopka kann keinen Mitgliederexodus erkennen. "Wir haben gerade unsere Jahreszahlen veröffentlicht. Im vergangenen Jahr konnten wir das höchste Mitgliederwachstum der Unternehmensgeschichte verzeichnen, auch die Anzahl an Premium-Mitgliedschaften nimmt zu". Den Artikel von Lünenburger-Reidenbach will er nicht kommentieren.


3 Kommentare

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Anonymous User 9. Januar 2017

Die Leute, die das machen, verstehen nicht, was Sie wirklich tun. Sie sind so geblendet von ihrer Ideologie und können offensichtlich nicht erkennen, wohin diese Entwicklung führt.

Anonymous User 1. März 2016

@Irina Wagner Sie schreiben in Rätseln. Was meinen Sie mit "Schmutzkampagne", wer ist "Herr Z." und von welchen "persönlichen Beleidigungen" sprechen Sie? Und was hat das alles mit Sky zu tun?

Anonymous User 1. März 2016

Ich finde diese Schmutzkampagne, die Herr Zimmer in einer höchst unsersiösen Art und Weise mit Herrn Lueneburger und einem Herrn Z. auf Twitter durchführen gegen Herrn Tichy abstoßend. Es zeigt keine geistige Größe. Sie geht teilweise sogar unter die Gürtellinie . Sie schrecken nicht vor privaten Beleidigungen zurück. Deshalb kann ich mich dieser Kritik dort oben nicht anschließen. Sachlichkeit ist im Journalismus gefragt. Die Beweggründe dieser "Konkurrenten" sind leicht auszumachen. Es ist reine Gier und Futterneid. Das ist erbärmlich. Dass sich der W&V Verlag hierfür hergibt, wird sicherlich Konsequenzen haben. Auch Sky-Bezieher etc.werden ankündigen, ihr Abo bei diesem unseriösen Verlag zu kündigen.Zumindest werde ich Sky und alle Ihre Dienstleistungsträger davon in Kenntnis setzen mit Screenshots etc. Das garantiere ich Ihnen.
MFG
Irina Wagner.

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